LICHTENFELS

Die oberfränkischen Gotteshäuser näherbringen

Die oberfränkischen Gotteshäuser näherbringen
Nach einer intensiven Ausbildung durch die Evangelische Erwachsenenbildung Oberfranken West überreichte Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner 19 Absolventen im Bildungshaus Vierzehnheiligen die Zertifikate als landeskirchlich anerkannte Kirchenführerinnen und Kirchenführer. Foto: Joachim Wegner

Kirchen, Kathedralen und Kapellen prägen die Stadtbilder und Dörfer, doch für Teile der Gesellschaft wirken sie fremd und abenteuerlich: Deckengemälde mit himmlischen Gerichtsszenen; ein nackter Leichnam am Kreuz; seltsame Symbole und bizarre Figuren in altertümlichen Gewändern müssen auf Menschen, die Religion nicht im Unterricht hatten, wie ein Buch mit sieben Siegeln wirken. Ein Begriff übrigens, der ebenfalls aus dem biblischen Kontext kommt.

Doch dieses Wissen scheint zu schwinden. Christliche Sozialisation ist nicht mehr selbstverständlich. Mit einem Kurs für ehrenamtliche Kirchenführerinnen und Kirchenführer hat die Evangelische Erwachsenenbildung Oberfranken West nun dazu beigetragen, dass oberfränkische Gotteshäuser Touristen und Kunstreisenden ein Stück nähergebracht werden können.

In sieben Modulen über neun Monate hinweg absolvierten 19 Ehrenamtliche aus den Bildungsstandorten Bad Staffelstein, Coburg und Bamberg die Ausbildung zum zertifizierten Kirchenführer. Unter ihnen befanden sich die Lichtenfelser Gertrud Püls und Karlheinz Hößel. Die beiden neuen Kirchenführer, die ihre Schwerpunkte in der Martin-Luther-Kirche und in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt haben, möchten ihre Begeisterung und ihr Wissen gerne weitergeben und so auch Einheimischen wie Touristen die Möglichkeit geben, sich intensiver mit der kulturellen und künstlerischen Vielfalt der deutschen Korbstadt zu beschäftigen.

Die breit angelegte Ausbildung, die kunstgeschichtliche und historische Aspekte ebenso wie die Themen zur Planung und Durchführung einer solchen Veranstaltung umfasste, waren für Carmen Holland und Ute Herold das Hauptargument, an dieser landeskirchlich zertifizierten Ausbildung teilzunehmen. Sie werden zukünftig Interessierten „ihre“ Johanneskirche in Michelau vorstellen und ihre Geschichte Interessierten näher erläutern.

Pädagogische und didaktische Gesichtspunkte berücksichtigt

Für Joachim Wegner, Mitglied des Ausbildungsteams, war es selbstverständlich, dass auch pädagogische und didaktische Gesichtspunkte Berücksichtigung fanden, so zum Beispiel die Tatsache, dass natürlich eine Gruppe von Fahrradtouristen, die nur 30 Minuten Zeit hat, anders geführt werden muss, als eine Gruppe kulturbeflissener Senioren.

Auch der Hinweis, dass eine Kirche kein Museum ist, sondern eben ein sakraler Raum, der Platz bietet, für die eigene Spiritualität, fand in den Modulen ihren Platz und wird sich auch in den Führungen wiederfinden. Denn Gotteshäuser sind wichtige Orte des Innehaltens, der Sammlung und des Kraftschöpfens, des Seelentrosts und des Gebets.

Viele bleiben tagsüber verschlossen, werden allenfalls zu Gottesdienstzeiten geöffnet; mit anderen Worten: So vergraben Kirchengemeinden oft ihre Schätze. Inzwischen ist man vielerorts jedoch wieder bestrebt, Kirchen und Kapellen offen zu halten. Dafür wirbt die Abteilung Kirche und Tourismus in der evangelischen Landeskirche.

Die evangelische Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner konnte nun im Bildungshaus Vierzehnheiligen 19 ehrenamtlichen Kirchenführern aus den Bildungsstandorten Coburg, Bamberg und Bad Staffelstein der Evangelischen Erwachsenenbildung Oberfranken West ihre Zertifikate als anerkannte Kirchenführerinnen und Kirchenführer überreichen.

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