LICHTENFELS/BAYREUTH

Die Chancen von Oberfranken nutzen

Familie und Pflege
Die Oberfranken werden immer älter und die Bevölkerungszahl sinkt. Da heißt es der Herausforderung die Stirn zu bieten. Foto: Jens Kalaene/dpa

Oberfranken schrumpft weiter. Die Entwicklungsagentur Oberfranken offensiv sieht keinen Grund zur Panik. Denn es gebe gute Chancen für die Region.

„Die aktuell veröffentlichten Zahlen des Demografie-Spiegels zeigen vor allem eines: Es bleibt viel zu tun. Die Region ist insgesamt auf einem herausfordernden und gleichzeitig richtigen Weg. In ganz Oberfranken sind langfristige und nachhaltige Zukunftsprojekte angestoßen.

Die Region wird ihre Attraktivität auch durch gezielte Imagekampagnen weiter steigern. Die Entwicklungsagentur Oberfranken Offensiv unterstützt dabei, die Vorteile der Region sichtbarer zu machen und junge Menschen für ein Leben in Oberfranken langfristig zu gewinnen.

Gemeinsam die Zukunft anpacken

Gemeinsam anpacken und dem demografischen Wandel bewusst entgegenzutreten: Durch Initiativen der Bayerischen Staatsregierung, gezielte Förderung, die intensive Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung haben sich in den vergangenen Jahren, aber auch in jüngster Zeit, viele positive Entwicklungen ergeben, die ein deutliches Signal für die Zukunft setzen.

Es wird kräftig investiert, 400 Studienplätze und knapp 70 Arbeitsplätze entstehen beispielsweise durch die Verlagerung der Hochschule für den öffentlichen Dienst – Fachbereich Finanzen – von Oberbayern nach Kronach, die Neugründung eines Logistikzentrums der Polizei in Hof. Viele weitere Projekte werden seit der 2015 beschlossenen Behördenverlagerungen umgesetzt.

Oberfranken führend dabei

Ob Digitalisierung, moderne Mobilität, Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels: Oberfranken ist führend vertreten. In Wunsiedel entsteht gerade eine der größten Produktionsanlagen ihrer Art in Deutschland für CO² freien, sogenannten grünen Wasserstoff. In Kronach, Hof und Rehau wird zudem im Projekt Shuttle-Modellregion Oberfranken autonomes Fahren erprobt und vorangetrieben. Durch neue dezentrale Hochschulstandorte und den Ausbau des Studienangebots der oberfränkischen Universitäten und Hochschulen in Kulmbach, Kronach, Lichtenfels und Selb wird Oberfranken insbesondere junge Menschen für die Region begeistern können.

Image als Familienregion

Zusätzlich punktet Oberfranken durch sein gutes Image als Familienregion. Die Entwicklungsagentur Oberfranken Offensiv hat mit den Entscheidern der Region einstimmig den Imagepakt geschlossen. Der Weg führt dabei über eine gemeinsame Imagekampagne, die der Verein im Rahmen des Projekts zur Stärkung regionaler Identität des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat umsetzt. Ziel der Region ist es, verstärkt junge Menschen und Familien für ein Leben in Oberfranken zu begeistern und langfristig zu gewinnen. Der ländliche Raum hat auch in Folge der Corona Pandemie an Attraktivität gewonnen.

Demografischen Wandel bewusst entgegentreten

Oberfranken baut seine Chancen also weiter aus, um dem demografischen Wandel bewusst entgegenzutreten. Der Anteil der älteren Menschen in der Gesellschaft wird größer, das Durchschnittsalter steigt. Im Jahr 2039 werden der aktuellen Vorausrechnung des Landesamts für Statistik und der Regierung von Oberfranken zufolge 1,02 Millionen Menschen in der Region leben. Das entspricht einem Bevölkerungsrückgang im Vergleich zu 2019 von 4,2 Prozent.

Positiv ist, dass die prognostizierte Abnahme deutlich geringer ausfällt, als man noch vor einigen Jahren angenommen hat. Vor zehn Jahren berechneten die Statistiker einen Rückgang der Einwohnerzahl von 9,3 Prozent bis zum Jahr 2031 voraus. Für das Jahr 2031 wurden nur 968 300 Einwohner vorausberechnet, nach der aktuellen Vorausberechnung (2019) geht man hingegen von 1,03 Millionen Einwohnern im Jahr 2031 aus. Das entspricht einer Steigerung von 7,1 Prozent, wenn man die Vorausberechnungen von 2011 und 2019 für das Jahr 2031 miteinander vergleicht.

Steigendes Interesse am Wohnen in ländlichen Gebieten

Für die Vorausberechnungen werden die zu erwartenden Geburten- und Sterberaten und Binnenwanderungsbewegungen herangezogen. Mögliche weitere Faktoren, die den demografischen Wandel in der Zukunft beeinflussen und beeinflussen könnten, sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Beispiele für solche Faktoren sind die Corona-Pandemie, die Digitalisierung und die Chancen durch ortsunabhängiges Arbeiten oder auch das steigende Interesse am Wohnen in ländlichen Regionen bei Familien.

Aktiv und lösungsorientiert

Um dem demografischen Wandel in Oberfranken aktiv und lösungsorientiert zu begegnen, unterstützt auch das Demografie-Kompetenzzentrum Oberfranken (kurz: DemKo), das 2016 seine Arbeit aufnahm. Es ist derzeit eines der umfangreichsten und bedeutendsten Projekte der Entwicklungsagentur Oberfranken Offensiv und wird gefördert vom bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat. Das Leitziel der Bayerischen Heimatpolitik ist es, gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dazu soll auch das DemKo beitragen. Es schafft Vernetzungen, vermittelt fundiertes Wissen und unterstützt bei ausgewählten Projekten, um Angebote vor Ort gemeinsam mit Partnern attraktiv zu gestalten.

Passgenau und Bedarfsorientiert

Das DemKo plant zusätzlich eine umfangreiche Demografie-Analyse, die in den kommenden Monaten durchgeführt wird. Die Erhebung wird zeigen, welche Herausforderungen es in den oberfränkischen Teilräumen gibt und welche individuellen Bedarfe konkret bestehen. Aus den Ergebnissen wird das sogenannte „Oberfranken-Profil“ entwickelt, dass außerdem konkrete Handlungsempfehlungen für das DemKo und die oberfränkischen Kommunen ableiten wird. Ziel ist es, dass Aktivitäten und Demografie-Projekte in der Zukunft noch zielgerichteter, passgenauer und bedarfsorientierter konzipiert und gestaltet werden können.“

 

Hintergrund

Das Demografie-Kompetenzzentrum Oberfranken ist Ansprechpartner für oberfränkische Kommunen, kommunale Spitzenverbände, Kammern, regionale Entwicklungsinitiativen, Unternehmen, Vereine und Verbände, Kirchen und Stiftungen, bürgerschaftliche Initiativen, engagierte Bürger und Medien. Mit einer Vielzahl an Partnern hat das DemKo in Oberfranken Projekte in verschiedenen Strukturbereichen modellhaft umgesetzt. Es bündelt Potenziale und unterstützt oberfränkische Kommunen, Unternehmen und andere lokale Initiativen bei ihrer Anstrengung zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit Oberfrankens.
 

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