LICHTENFELS

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Lichtenfels sinkt leicht

Coronavirus - Düsseldorf
Der aktuelle Lockdown light schlägt sich in der Kurzarbeit-Statistik noch nicht nieder. Foto: Symboldpa/Henning Kaiser

Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt setzte sich im Landkreis Lichtenfels im November leicht fort. Die Arbeitslosigkeit nahm in den vergangenen vier Wochen um 35 Personen (minus 2,3 Prozent) auf 1498 Frauen und Männer ab. Es verloren 20 Prozent weniger Personen ihre Anstellung als 2019. Es fanden wie im Vorjahr 118 Menschen eine neue Beschäftigung. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Arbeitslosen um 209 Personen (plus 16,2 Prozent) zugenommen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im November um 0,1 Prozentpunkt auf 3,8 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent).

Im vorigen Monat bekam der Arbeitgeberservice von den Betrieben 218 sozialversicherungspflichtige Jobangebote gemeldet. Das sind 66,4 Prozent (87) mehr als 2019. Im Bestand sind 848 Beschäftigungsangebote, 2,4 Prozent (20) mehr als vor einem Jahr.

Im Vergleich zu Oktober sinkt die Zahl der Arbeitslosen

Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt setzte sich im November für den gesamten Bezirk der Arbeitsagentur Bamberg-Coburg leicht fort. Im vergangenen Monat nahm die Zahl der Arbeitslosen um 84 Personen (minus 0,7 Prozent) auf 12 295 ab. Ende des Monats lag die Zahl der Arbeitslosen um 28 Prozent beziehungsweise 2688 Frauen und Männer über der vom vorigen Jahr.

Im November verloren 1357 Frauen und Männer ihre Arbeitsstelle. Das waren 1,6 Prozent (plus 22 Personen) mehr als im Vorjahr. In der gleichen Zeit konnten 1176 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden, 14,8 Prozent beziehungsweise 152 Menschen mehr als 2019. Die Arbeitslosenquote liegt mit 3,5 Prozent unverändert auf dem Niveau vom Oktober. Vor einem Jahr betrug sie 2,7 Prozent.

Im Juli (aktuellster Wert) bezogen im Agenturbezirk insgesamt 2394 Betriebe für 35 669 Arbeitskräfte Kurzarbeitergeld. Verglichen mit dem Höchststand im April verringerte sich die Zahl der Firmen in Kurzarbeit innerhalb von einem Quartal bereits um fast die Hälfte (minus 47,2 Prozent) beziehungsweise 2137 Betriebe. Die Zahl der Kurzarbeiter sank um 15 814 beziehungsweise 30,7 Prozent. Wie sich der aktuelle Lockdown light auf die Inanspruchnahme von Kurzarbeit auswirkt, ist noch offen, da die Statistik nach deren Abrechnung im Nachhinein erhoben wird.

„Größere Entlassungen sind bisher weitgehend ausgeblieben. (...) Ich rechne jedoch bereits ab Dezember für die kommenden Monate mit einer steigenden Arbeitslosigkeit.“
Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg

Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, beurteilt die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt folgendermaßen: „Im November setzte sich der Herbstaufschwung zwar weiter fort, verlor jedoch deutlich an Schwung. Die Arbeitslosigkeit sank den dritten Monat in Folge seit Beginn der Krise. Es fanden 152 Menschen mehr eine neue Beschäftigung als im Vorjahresmonat. Allein im vergangenen Monat wurden 366 Personen in der Produktion und Fertigung eingestellt, 15,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich Verkehr und Logistik waren es 214 Personen, 11,5 Prozent mehr. Fachkräfte werden in der Regel gehalten. Der Stellenmarkt ist weiter auf einem leichten Erholungskurs. Seit einigen Wochen treffen die ersten Vorboten des Winters am Arbeitsmarkt und die wirtschaftlichen Folgen des erneuten Corona-Shutdowns aufeinander.

Größere Entlassungen deswegen sind bisher weitgehend ausgeblieben. Auch vom Bau melden sich bislang nur vereinzelt Beschäftigte vorsorglich bei uns für den Winter arbeitsuchend. Ich rechne jedoch bereits ab Dezember für die kommenden Monate mit einer steigenden Arbeitslosigkeit.“

Stellenmarkt setzt seinen Erholungskurs fort

Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg bekam im November 1477 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet, 17,2 Prozent (plus 217) mehr als im vorigen Jahr.

Der Stellenbestand legte im November um 14 Offerten (plus 0,2 Prozent) auf 6260 zu. Er ist den fünften Monaten in Folge leicht gewachsen und erholt sich weiter. Vor einem Jahr war er um 460 Angebote beziehungsweise 6,8 Prozent größer gewesen. Auf 100 gemeldete Beschäftigungsangebote kommen rein statistisch nur 196 arbeitslose potenzielle Bewerber.

Folgende Berufsbereiche sind derzeit vom Rückgang des Personalbedarfs betroffen: Produktion und Fertigung mit einem Minus von 18,3 Prozent auf 1940 Stellenangebote, gefolgt vom Handel, Tourismus und Dienstleistungssektor mit minus 12,5 Prozent auf insgesamt 650 Stellenangebote. In den Bauberufen ist die Nachfrage mit 652 Stellen nahezu so groß wie vor einem Jahr (minus 1,7 Prozent). Im Gesundheitswesen sind es mit 924 Offerten 14 (minus 1,5 Prozent) weniger als 2019. (red)

Schlagworte