LICHTENFELS

DGB Lichtenfels beteiligt sich am Zukunftsdialog

DGB Lichtenfels beteiligt sich am Zukunftsdialog
Der Zukunftsdialog der regionalen Gewerkschaftsgliederungen mit der Überschrift „Reden wir über …“ habe sich positiv entwickelt und werde weitergeführt, so DGB-Regionalvorsitzender Mathias Eckardt (2.v.l) im Rahmen einer Zusammenkunft. Foto: Heinz Gärtner/DGB

„Wie wollen wir leben? Wie wollen wir arbeiten?“ Unter diesen Leitsätzen starteten Gewerkschaften im Jahr 2018 einen Zukunftsdialog, an dem sich auch der Lichtenfelser DGB-Kreisverband beteiligt. Lichtenfelser Mitglieder tauschten sich nun mit weiteren Gewerkschaftern aus der Region über die bisher zurückgelegten Etappen aus.

Für das Engagement unter den widrigen Bedingungen der Pandemie dankte DGB-Regionalvorsitzender Mathias Eckardt den aktiven Gewerkschaftern. Bei Zusammenkünften, digitalen Treffen sowie Infoständen haben sich Bürger und Bürgerinnen sowie Vertreter und Vertreterinnen von Verbänden beteiligt. Die Leute vor Ort wüssten am besten, wo ihnen der Schuh drückt, und hätten viele praktikable, realitätsnahe sowie umsetzbare Vorschläge eingebracht. Die hiesigen Gewerkschaften seien und blieben gesellschaftspolitische Akteure und Mitmachorganisationen.

Gewerkschaften werden oft nicht eingebunden

Bedauerlich sei, dass die Gewerkschaften, die sich für die Belange von Arbeitnehmern und Rentnern einsetzen, wiederholt nicht bei gesellschaftlich relevanten Entwicklungen eingebunden werden. Perspektiven aus Arbeitnehmersicht fehlten dann.

Passender und bezahlbarer Wohnraum für Familien und Senioren, tarifgerechte Beschäftigungsbedingungen, betriebliche Mitbestimmung, ein humaner Strukturwandel der Arbeitswelt sowie Alters- und Krankheitsvorsorge waren Kernpunkte, die beim Dialog mit den Leuten vor Ort eingebracht wurden, führte DGB-Kreisvorsitzender Heinz Gärtner aus. Diese Punkte, so ergab die Diskussion, beschäftigen auch die Bewohner anderer Kreise im Alltag.

Hohe Wohnnebenkosten bringen Mieter und Eigentümer an Grenzen

Aktuell sorgen sich in der Region viele Arbeitnehmer und Rentner um die rasant steigenden Verbraucherpreise, sprachen Teilnehmer an. Gerade Familien, Sozialleistungsempfänger und Ruheständler seien besonders betroffen. Ein großer Teil der älteren Leute habe bereits in der Vorkrisenzeit ein Drittel ihres Einkommens für ihre Wohnungen und Heizkosten ausgegeben. Viele Senioren wohnten in ihrem Eigenheim, das sie sich über Jahrzehnte abgespart haben. Instandsetzungsarbeiten kosteten stetig mehr, altersgerechte Umbauten seien teuer, und energetische Sanierungen oft schwer zu finanzieren.

Die absehbar hohen Wohnnebenkosten würden zunehmend Eigenheimbesitzer sowie Mieter in der Region an die Grenze ihrer Möglichkeiten bringen. Kredite, hieß es, seien für ältere Leute kaum erschwinglich. Verantwortungsbewusste Kommunen widmeten sich bereits mit dem Quartiersmanagement diesen Problemlagen.

Heinz Gärtner nimmt die Kommunen in die Pflicht

Die Kommunen seien wie der Staat in der Pflicht, darauf verwies Heinz Gärtner, wohnungspolitische Maßnahmen umzusetzen, die es älteren Leuten erlauben, möglichst lange selbstständig in ihren eigenen vier Wänden zu leben. Dies erforderte auch ein würdevoller Umgang mit älteren sowie behinderten Leuten, die mit der Erziehung ihrer Kinder, mit Steuern und Abgaben ihren Beitrag zum Gemeinwesen geleistet haben. Einige Kommunen in der Region hätten den Bedarf an bezahlbarem, barrierefreiem sowie betreutem Wohnraum erkannt und handeln. Die demographische Entwicklung offenbare klar den dringenden Bedarf.

Lapidar zu sagen, es gebe genug Wohnraum in unserer Region werde der Aufgabe der Daseinsvorsorge nicht gerecht, waren sich die Gewerkschafter einig. Diese fordere auch für Klein- und Normalverdiener verbrauchsarme und angemessene Wohnverhältnisse. (red)

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