LICHTENFELS

DGB-Kreisverband Lichtenfels besucht Buchenwald

DGB-Kreisverband Lichtenfels besucht Buchenwald
Die Fahrteilnehmer mit DGB-Regionalvorsitzenden Mathias Eckardt (re.) sowie DGB-Kreisvor-sitzenden Heinz Gärtner (2. v. li.) erlebten die bedrückende und mahnende Atmosphäre der Gedenkstätte Buchenwald und fühlten sich in ihrer gewerkschaftlichen Grundhaltung bestärkt. Foto: Frank Bodenschatz

Legendär ist die Rettung des Buchenwald-Kindes, von der Schriftsteller Bruno Apitz, selbst acht Jahre Häftling im Konzentrationslager Buchenwald, in seinem Roman „Nackt unter Wölfen“ erzählt. Das Werk wurde zweimal verfilmt. Im Zusammenhang mit dem diesjährigen Antikriegstag beteiligte sich der DGB-Kreisverband an einer Gedenkfahrt nach Weimar mit einem Besuch in der Gedenkstätte Buchenwald, wo an das Konzentrationslager als auch an das sowjetische Speziallager Nr. 2 erinnert wird.

„Nie wieder Krieg und keine autoritären Systeme“, hob DGB-Regionalvorsitzender Mathias Eckardt hervor, dafür stehen die Gewerkschaften. Deutschland trage angesichts der Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten eine besondere Verantwortung für den Frieden. Weimar wurde als Ziel wegen seiner großen kulturellen Bedeutung sowie als Wiege der ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik, ausgewählt. Dem Scheitern der Weimarer Republik folgte der Terror des Nationalsozialismus.

In der Gedenkstätte Buchenwald, darauf wies DGB-Kreisvorsitzender Heinz Gärtner hin, werde die grausame Geschichte erlebbar und greifbar. Im Rahmen eines Rundgangs wurde informiert, dass im Konzentrationslager Buchenwald Regimegegner, Vorbestrafte, Nichtsesshafte, Homosexuelle, Sinti und Roma und schließlich zahlreiche Juden interniert wurden. Nach Kriegsbeginn kamen Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus den besetzten Ländern hinzu. Zwischen 1943 und 1945 wuchs die Zahl der dort untergebrachten Menschen von etwa 11 000 auf 110 000 an. Buchenwald fiel zwar nicht unter die Kategorie Vernichtungslager, trotzdem verloren dort etwa 56 000 Menschen durch Folter, medizinische Experimente sowie Auszerrung ihr Leben. Der KZ-Standort wurde unter anderem wegen der Ton- und Steinvorkommen ausgewählt, die die Häftlinge zunächst abbauen mussten. Später wurden die Menschen zur Arbeit in der Rüstungsindustrie gezwungen.

Nach dem Kriegsende, wurde ausgeführt, nutzte die sowjetische Militäradministration das Lager zur Internierung von Nazi-Funktionären, aber auch Opfern von Denunziationen sowie politisch Andersdenkenden. Im Speziallager Nr. 2 starben mehr als 7000 Insassen durch Unterernährung oder Krankheiten.

In Folge der Wiedervereinigung wurde die Gedenkstätte Buchenwald neu konzeptioniert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Konzentrationslager, die Erinnerung an das Speziallager Nr. 2 ist nachgeordnet. Die Erinnerungsstätten sollten räumlich voneinander getrennt sein. Die Gegensätze von Weimar als Stadt der „Dichter und Denker“, waren sich die Teilnehmer einig, zum grausamen Geschehen im Konzentrationslager Buchenwald in unmittelbarer Nähe, könnte kaum größer sein.

Schlagworte