LICHTENFELS

Der OT-Faktencheck zu einem Impfmythos

Dr. Sebastian Ratajczak. Foto: red

Ein Jahr lang gelernt, aber noch nicht am Ziel: Noch immer schafft es das Corona-Virus SARS-CoV-2 so viele Menschen zu infizieren, leiden und sogar sterben zu lassen. Ein wertvolles Gegenmittel scheint die zugehörige Impfung zu sein. Doch diese wird vor allem in den Sozialen Netzwerken von Corona-Leugnern, Verschwörungstheoretikern und Rechtsextremen verteufelt – und zwar im Übermaß. Nach faktenbasierten Informationen müssen Menschen dagegen erst suchen. Dieses verschobene Angebot verunsichert die Bevölkerung, auch in Lichtenfels.

Deshalb wollen wir für Sie, liebe Leser, einige der kruden Behauptungen zur Corona-Impfung einem Faktencheck unterziehen.

Behauptung: „Die Corona-Impfung macht unfruchtbar.“

Faktencheck: Es gibt keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der weiblichen oder männlichen Fruchtbarkeit auf Grund unterschiedlicher Proteinkomplexe.

Im Detail heißt das: Scheinbar unterlegt wird die Behauptung „Die Corona-Impfung macht unfruchtbar“ mit den durch die Impfung entstandenen Antikörpern, die möglicherweise das Protein Syncytin im menschlichen Körper bekämpfen könnten. Dieses ist für die Entwicklung der Plazenta essenziell wichtig und gilt als Voraussetzung für eine erfolgreiche Schwangerschaft. Das Coronavirus besitze nämlich ein sehr ähnliches Protein. Sollten nun die durch die Impfung entwickelten Antikörper das körpereigene Syncytin angreifen, würde das bedeuten, dass sich in der Gebärmutter keine Plazenta bilden könne, was eine Schwangerschaft unmöglich machte.

Es gibt keine Hinweise auf Beeinträchtigung der Fertilität

Jedoch unterscheidet sich das körpereigene Syncytin wesentlich von dem Protein, das im Coronavirus enthalten ist. Eine Kreuzreaktion ist somit höchst unwahrscheinlich. Vergessen werden darf hierbei auch nicht: Nach dieser Theorie müsste auch jede Frau, die bereits Covid-19 hatte, unfruchtbar sein. Auch das trifft nicht zu.

Dr. Sebastian Ratajczak, kommissarischer Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe im Klinikum Lichtenfels, verweist dazu auf die Untersuchungen des Paul-Ehrlicher-Instituts (Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) mit Stand vom 24. Februar. Hier heißt es: „Es gibt keine Hinweise aus den nichtklinischen Untersuchungen der zugelassenen Covid-19-mRNA-Impfstoffe Comirnaty und Covid-19 Vaccine Moderna, dass eine Impfung zu einer Beeinträchtigung der weiblichen oder männlichen Fruchtbarkeit (Fertilität) führen könnte.

Potenziell schädliche Wirkungen von wiederholten Impfungen auf Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Embryonalentwicklung wurden jeweils in einer speziellen, sehr umfangreichen Studie […] gemäß internationaler Richtlinien untersucht. Diese Studien zeigen keinen Hinweis auf eine Beeinträchtigung der weiblichen Fruchtbarkeit durch die Impfstoffe.“

Aus diesen Gründen empfiehlt Dr. Ratajczak – auf Grundlage der derzeitigen Informationslage – die Impfung.

Quelle: Paul-Ehrlicher-Institut (Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel). (red)

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