BAD STAFFELSTEIN/LICHTENFELS

Der Lieblingsplatz von Günter Reinlein aus Lichtenfels

Der Lieblingsplatz von Günter Reinlein aus Lichtenfels
Günter Reinlein und seine Frau werden den Alten Staffelberg noch oft besuchen. Foto: Günter Reinlein

Wo verbringen Sie, liebe Leser, Ihre Zeit am liebsten? Auf dem Balkon, in der Stammkneipe, einem stillen Platz am See, im Wald, am Staffelberg oder dem Kordigast? Natürlich bietet unser schöner Landkreis jede Menge Orte und Plätze, an denen Sie sich am wohlsten fühlen.

Lassen Sie uns an Ihrem Lieblingsplatz teilhaben und beschreiben Sie uns in Ihren Worten – gerne in Ich-Form –, was diesen Platz für Sie so einzigartig macht. Vergessen Sie bitte nicht, Ihrem Text, der zwischen 3000 und 4000 Zeichen lang sein kann, auch einige schöne Bilder anzufügen. Senden Sie alles unter dem Stichwort „Lieblingsplatz“ per E-Mail an redaktion@obermain.de. Zur Anregung empfehlen wir Ihnen die Geschichte beziehungsweise den Lieblingsplatz des Lichtenfelser SPD-Stadtrats und Wanderwegewarts Günter Reinlein:

Der Lieblingsplatz von Günter Reinlein aus Lichtenfels
Traumhafte Aussicht vom Zenrtalplateau. Foto: Günter Reinlein

„Als mir im Zuge dieser Serie die Frage nach meinem Lieblingsplatz gestellt wurde, wusste ich zunächst keine Antwort. Sind wir doch in unserer wunderschönen Heimat gesegnet mit einer Vielzahl von paradiesischen Örtlichkeiten wie der Hohen Eller mit dem Viktor-von-Scheffel-Blick, dem Eichiger Felsenlabyrinth oder diversen Highlights im Bereich des Kleinziegenfelder Tals – um nur einige wenige zu nennen.

Auch an Wochenenden und bei Ausflugswetter nicht überlaufen

Selbstredend gehört auch der Staffelberg, der „Berg der Franken“, mit seinem herrlichen Trockenrasenplateau und phantastischen Ausblicken in fast alle Himmelsrichtungen dazu. Nein, ich habe mich auch nicht für den Staffelberg entschieden, sondern für seinen „kleinen Bruder“, den Alten Staffelberg, der keine Einkehrmöglichkeit wie sein „großer Bruder“ zu bieten hat. Warum also gerade für ihn?

Der Lieblingsplatz von Günter Reinlein aus Lichtenfels
Gelegenheit, in sich zu gehen, die Seele baumeln zu lassen - zum Beispiel an seinem Nordostplateau, wo man den Blick in...

Der Alte Staffelberg ist für mich beschaulicher, Naturerlebnis pur und an Wochenenden und bei Ausflugswetter bei Weitem nicht so überlaufen. Obwohl sein Bekanntheitsgrad gestiegen ist, wird man dort keine Menschenmassen antreffen, oft ist man sogar allein. Gelegenheit, in sich zu gehen, die Seele baumeln zu lassen – zum Beispiel an seinem Nordostplateau, wo man den Blick in die Ferne, vom Thüringer Wald über den Frankenwald bis zum Fichtelgebirge mit Ochsenkopf und Schneeberg, schweifen lassen kann. Wo morgens im Herbst die Talkessel nicht selten mit Nebel gefüllt sind. Der Alte Staffelberg hat zu jeder Tages- und Jahreszeit und bei jedem Wetter seinen eigenen Reiz sowie seine eigene Ausstrahlung.

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Stlles Genießen am Nordostplateau. Foto: Günter Reinlein

Eine Wanderung mit Natur- und Kulturhighlights

Oder man genießt die fantastische Aussicht von seinem Zentralplateau in der Mitte aus, wo man den „Gottesgarten“ vom Staffelberg über die Eierberge, Bad Staffelstein und Kloster Banz bis zum Stiftsland mit seinen Blicken umspannen und begreifen kann.

Und noch ein Vorteil: Der Alte Staffelberg ist für uns von Lichtenfels, meiner Heimatstadt, aus gut erreichbar. Wenn man es sportiv möchte, etwa mit dem Fahrrad – inklusive eines knackigen Anstiegs bei Vierzehnheiligen. Oder im Zuge einer Wanderung mit Freunden und Gästen, beispielsweise aus unserer italienischen Partnerstadt Ariccia, über die Hohe Eller und Vierzehnheiligen. So werden in einem Zug Natur- und Kulturhighlights unserer Region nähergebracht. Für einen Spaziergang oder eine Nordic-Walking-Tour zum Alten Staffelberg ist es – außer an Wochenenden, an denen die Straße nach Vierzehnheiligen gesperrt ist – kein Problem, das Auto am Waldrand oberhalb von Vierzehnheiligen abzustellen. Das Ziel ist dann in etwa 20 Minuten erreicht.

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Tourkarte Foto: Günter Reinlein

Mit Brotzeit und Buch ein paar schöne Stunden verbringen

Was spricht dagegen, eine kleine Vesper mitzunehmen, eine Decke, ein Spiel oder Buch? Meine Frau und ich haben uns fest vorgenommen, das viel öfter zu machen. Eine tolle Sache, man muss sich nur im Zuge der alltäglichen Verpflichtungen bisweilen zu seinem Glück zwingen – eine Lebenserfahrung, die ich gemacht habe.

Ob im Bereich des Zentralplateaus neben der schönen Holzbank wieder wie früher die Anbringung eines Tischs wünschenswert ist, bin ich mir nicht sicher. Da ich nicht nur privat, sondern auch im Zuge der Kontrolle von Markierungszeichen der Wanderwege regelmäßig vor Ort bin, möchte ich die erfreuliche Tatsache nicht unerwähnt lassen, dass Müll gottlob bis dato noch kein Problem darstellte, was auch so bleiben soll.

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Nordostpalteau: Idealer Platz für eine Brotzeit. Foto: Günter Reinlein

Trockenrasen mit Majoran und einigen Orchideenarten

Als Naturfreund weiß ich das außergewöhnliche Ambiente besonders zu schätzen. In der wärmeren Jahreszeit summt und brummt es auf der Trockenrasenfläche mit duftendem wildem Majoran, und sogar einige Orchideenarten sind zu entdecken. Läuft man vom Zentralplateau zum Nordostplateau, so erkennt man diverse kleinere Trampelpfade, die vom Hauptpfad abzweigen und die meist zu abgelegeneren Aussichtspunkten führen, wo der Hobbyfotograf mit neuen Motiven auf Entdeckungsreise gehen kann. Aber Vorsicht ist stets geboten, senkrecht abfallende Felsen bedeuten im Falle eines Fehltritts Lebensgefahr!

Ich glaube, ich habe mich mit meiner Nummer 1 richtig entschieden, er ist mein persönlicher Favorit. Aber welch ein Glück, dass es bei uns noch so viele weiteren Favoriten gibt – in der Rangfolge knapp dahinter, die ebenfalls auf eine Erkundung warten.

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Karte Alter Staffelberg. Foto: Günter Reinlein

Hinweis: Der Alte Staffelberg ist von Vierzehnheiligen kommend über den Albrandweg (roter Querstich) und den Keltenweg G bequem zu erreichen, wobei der Keltenweg G einen Steilanstieg zum Nordostplateau mit kurzer Kletterpassage beinhaltet und deshalb nur von geübten, trittsicheren Wanderern und auf Grund von Rutschgefahr nur bei trockener Witterung bestiegen werden sollte.

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Oder man genießt die fantastische Aussicht von seinem Zentralplateau in der Mitte aus, wo man den „Gottesgarten“ mit sei... Foto: Günter Reinlein

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