SCHNEY

Dekanatskirchentag: Feier für Gebet und Glauben

Dekanatskirchentag: Feier für Gebet und Glauben
Die Dekanatsband beeindruckte mit einem eigenen Konzert und ihrem Auftritt bei der Schlussandacht. Foto: Corinna Tübel

Laut und leise. In Worten und in der Stille. Mit Gesten oder regungslos – aber stets im Gespräch mit Gott: das Gebet. Diese Verbundenheit stand beim Dekanatskirchentag des evangelisch-lutherischen Dekanats Michelau am Sonntag „Rogate“ im Mittelpunkt. Unter anderem dem strahlend blauen Himmel sei Dank, fanden viele Gläubige und Neugierige den Weg auf das Festgelände rund um den Schneyer Schloßplatz.

Den Auftakt bildete ein großer Freiluft-Gottesdienst, den Dekanin Stefanie Ott-Frühwald, die örtliche Pfarrerin Tanja Vincent und die Pfarrerin der Martin-Luther-Kirche Lichtenfels, Anne Salzbrenner, gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen gestaltet haben.

„Das Gebet ist kein Automat, wo ich oben etwas einwerfe und sofort etwas erhalte.“
Tanja Vincent, Pfarrerin

Im Eingangsteil mit Pfarrerin Vincent und der Dekanatsjugend hatte dabei eine große Tür symbolischen Wert: „Wie es uns mit der Tür geht, wo wir sie gerne öffnen und andere willkommen heißen, wo wir bei anderen Hilfe erbitten können, aber auch wo wir sie nur mit Widerwillen aufmachen, wo wir anderen und uns selber nicht helfen, da bleibt Gott ein Ansprechpartner für uns“, hieß es. Mit viel Humor und Tiefgang stellten die Jugendlichen auch eindrucksvoll die „Kunst zu Beten“ oder eben Nicht-Kunst dar, bei der individuellen Inhalte und Ausdrucksweisen aus dem Herzen kommen.

Dekanatskirchentag: Feier für Gebet und Glauben
Die Band Glasklar gab ein Open-Air-Konzert. Foto: Red

Ähnlich deutliche und mutige Worte fand auch die Dekanin in ihrer Predigt, die auf das „Tabuthema Beten“ einging: Kaum jemand redet darüber. Durch eine Geschichte aus dem Lukas-Evangelium zog sie Parallelen zum Essen und der Bedeutung der Nahrung für die Seele. „Das Gebet ist kein Automat, wo ich oben etwas einwerfe und sofort etwas erhalte“, betonte sie weiter. Die tröstende Wirkung des Zwiegesprächs mit Gott könne auch das Gehör auf die innere Stimme lenken und Mut machen, den Gott den Betenden durch seine Geistkraft schenkt.

Der Bezirksposaunenchor unter Leitung von Tanja Ender sowie die Band Glasklar aus Schney begleiteten den Gottesdienst musikalisch schwung- und gefühlvoll. Der parallel dazu stattfindende Kindergottesdienst im Seminargebäude der Franken-Akademie hat das „Vater-Unser“ mit Leib und Seele thematisiert – sogar mit Gebärdensprache und Gesten.

Musik und Zelt der Hoffnung

Die Zuversicht und Hoffnung, die aus Gebeten entstehen kann, schien am Nachmittag in der Luft zu liegen und das vielfältige Programm zu begleiten: Konzerte der Band „Unikat“ und der Dekanatsband erfüllten die Kirche St. Maria mit energiegeladenen und tiefgründigen Tönen. Das „Zelt der Hoffnung“ der evangelischen Jugend hielt ein Memory mit Veranstaltungsbildern, einen Aufsteller mit vielen guten Nachrichten aus aller Welt sowie einen Wunsch-Baum bereit. Bereits am Mittag war dieser mit den Hoffnungen vieler verschiedener Menschen behaftet: Frieden, Gesundheit, das Stattfinden einer Geburtstagsfeier und ein Treffen mit lange vermissten Freunden etwa.

Dekanatskirchentag: Feier für Gebet und Glauben
Ein Wunsch-Baum wartete im Zelt der Hoffnung der Evangelischen Jugend. Foto: Corinna Tübel

Helen Scheurenband aus Schney hofft, Menschen helfen zu können. Gemeinsam mit ihrer Mutter genießt sie den Tag auf dem Schlossgelände, diese ist begeistert: „Es ist viel geboten, vor allem für die Kinder. Die Kinder fühlen sich wohl!“ Auch an anderen Veranstaltungen der Gemeinde, etwa Familiengottesdiensten, nehmen die beiden im Jahresverlauf teil.

Großer Andrang herrschte auch an der Spielstraße, an deren Stationen sich oftmals Jung und Alt gegenüberstanden, am Basteltisch für Windräder sowie beim Kinderschminken. Familie Schmidt aus Schney ist zum ersten Mal bei einem Dekanatskirchentag dabei: „Wir sind Mitglied in der örtlichen Kirchengemeinde und dachten uns, wir können hier einen sonnigen Nachmittag verbringen. Und das machen wir auch in vollen Zügen!“

Die Kraft und Fröhlichkeit der Töne

Dekanatskirchentag: Feier für Gebet und Glauben
Auch die Klinikseelsorge stellt ihre wertvolle Arbeit an einem Stand vor. Foto: Corinna Tübel

Sicher haben sie auch die afrikanische Melodie gehört, die mutige Frauen und Männer im Rahmen des Workshops „Kuimba Pamoja!“, übersetzt: „Lasst uns zusammen singen!“, zum Besten gaben. Einstudiert hatte diese die Gesangspädagogin Katharina Flierl. Die Worte „Jambo Bwana“ flogen unverstanden durch die Lüfte, was alle Zuhörerinnen und Zuhörer jedoch spürten, war die Kraft und Fröhlichkeit der Töne.

Wissen, Informationsmaterial und gute Gespräche gab es zudem an den Ständen der Einrichtungen und Dienste von Kirche und Diakonie, beispielsweise der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit KASA und der Klinikseelsorge. Ein warmes Mittagessen im Biergarten der Franken-Akademie, Bratwürste und vegetarisches Essen, ein reichhaltiges Kuchenbuffet der Kirchengemeinden sowie kalte und warme Getränke auf dem Platz rundeten den gelungenen Tag auch kulinarisch ab. Mit der Schluss-Andacht mit Liedern der Evangelischen Kita Schney, der Dekanatsband und dem Reloaded Team in Gedanken fuhren sicherlich viele Teilnehmende mit einem neuen Gefühl zum „Gebet“ nach Hause.

Ein Tag mit Leib und Seele – für Leib und Seele

Dekanatskirchentag: Feier für Gebet und Glauben
Viele Menschen nahmen am Eröffnungsgottesdienst des Dekanatskirchentages teil. Foto: Red

Das Fazit der Dekanin Stefanie Ott-Frühwald ist positiv: „Wir haben dafür gebetet, dass wir bei Sonnenschein und wirklich miteinander feiern können – und das ist uns geschenkt worden, Gott sei Dank! Nach den vergangenen beiden Jahren mit der Pandemie und auch angesichts der aktuellen Weltlage gibt solch ein besonderes Fest auch Kraft und Mut für die kommende Zeit – wie das Gebet! Es war wirklich ein Tag mit Leib und Seele – für Leib und Seele.“

 

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