LICHTENFELS/MICHELAU

Das Wunder der „wunderbaren“ Menschen

Das Wunder der „wunderbaren“ Menschen
Die „Blaulichtfamilie“ im voll besetzten Gotteshaus in Michelau. Foto: Heinz Fischer

Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) ist die Gesamtheit aller Aktionen und Vorkehrungen, die getroffen werden, um Einsatzkräften und von Notfalletroffenen Personen (Patienten, Angehörige, Hinterbliebene, Augenzeugen und Ersthelfer) im Bereich der psychosozialen Be- und Verarbeitung von Notfällen zu helfen.

Alljährlich treffen sich die Verantwortlichen des Dienstes im Landkreis zu einem Gottesdienst in der Johanneskirche in Michelau. Dabei sind die Feuerwehren, DLRG, Rotes Kreuz, Polizei, Sicherheitswache, Bestatter und THW. Simon Croner, Sprecher der evangelischen Notfallseelsorge begrüßte neben den anwesenden Mitgliedern der „Blaulichtfamilie“ auch Landrat Christian Meißner, seinen Stellvertreter Helmut Fischer, Kreisbrandrat Timm Vogler sowie die Dekanin Stefanie Ott-Frühwald.

Arbeit der Hilfsdienste erklärt

Gemeinsam mit Pastoralreferent Clemens Grünbeck und Notfallseelsorger Alfred Bernhardt feierte man den Gottesdienst. Anhand von Gegenständen der Hilfsorganisationen wie Strahlrohr der Feuerwehr, Schutzweste der Polizei, Defibrillator des Roten Kreuz und Taucherausrüstung der DLRG wurde die Arbeit der Hilfsdienste erklärt.

Das Wunder der „wunderbaren“ Menschen
Notfallseelsorger und „Geburtstagskind“ Alfred Bernhard spricht Gebete für die Einsatzkräfte. Foto: Heinz Fischer

In der Predigt ging es in Anlehnung an das Wunder der Brotvermehrung um ein anderes Wunder, ein Wunder, dass es immer wieder Menschen gebe, die zur Hilfe am Nächsten bereit sind. Deren Engagement, so Clemens Grünbeck, sei einfach „wunderbar“.

Fürbitten für die Menschen im Einsatz wurden von Mitgliedern der einzelnen Organisationen vorgetragen. Grußworte am Schluss des Gottesdienstes kamen von Landrat Christian Meißner und Dekanin Stefanie Ott-Frühwald. Das Gefühl von Sicherheit im Landkreis, so der Landrat, sei in jüngsten Zeit durch die schrecklichen Vorfälle in Lichtenfels abhandengekommen. Umso wichtiger sei es, dass den Hilfskräften eine Organisation wie die PSNV immer zur Verfügung stehe. Die Dekanin dankte ebenfalls allen Helfern für ihre Einsätze und dem damit verbundenen Training und verwies auf das Bedürfnis der Helfer, in kritischen Situationen Unterstützung zu erhalten.

Die Feier wurde musikalisch untermalt von der Band „Boxenstopp“.

Das Wunder der „wunderbaren“ Menschen
Großer Dank für die Einsatzkräfte aller Organisationen kam von Landrat Christian Meißner. Foto: Heinz Fischer

Im Anschluss an den Gottesdienst traf man sich zu Speis und Trank im Michelauer Feuerwehrhaus. Dies war vortrefflich von den Mitgliedern der Michelauer Wehr organisiert. Hier wurde viel über die Arbeit in den Hilfsorganisationen gesprochen und diskutiert.

Sie liebt die Menschen

Carmen Blüchel-Spindler vom PSNV-Team hat es nie bereut, sich in diese Arbeit einzubringen. Sie liebe die Menschen und helfe immer gern. Markus Gampert von der DLRG erzählt von seinem ersten Taucheinsatz, bei dem nach zwei vermissten Menschen gesucht wurde. Sehr nervös sei er gewesen, die Unterstützung durch die PSNV sei ihm eine echte Hilfe gewesen.

Jürgen Eckstein berichtete von einem Unfall mit einem tödlich verletzten Kind. Er war vom Roten Kreuz als Erster vor Ort und gibt offen zu, dass er im Nachgang dringend und für lange Zeit die Betreuung durch den Vorsorgedienst in Anspruch nehmen musste.

Auch André Grothues von der Burgkunstadter Feuerwehr erzählt von einem Verkehrsunfall mit einem ums Leben gekommenen Mitglied der Feuerwehr. Ein Schock für alle Wehrleute sei es gewesen, In vielen gemeinsamen Gesprächen habe man das Geschehene aufarbeiten können.

Auch die Polizei, gleichwohl es hier einen internen Dienst für belastende Einsätze gibt, greift gerne auf die Hilfe der PSNV zurück.

„Viele Kameraden fühlen sich stark und glauben, solche Hilfe nicht zu brauchen. Aber wenn es dann so weit ist, nimmt man sie gerne in Anspruch.“

André Grothues,

Feuerwehr Burgkunstadt

Das Wunder der „wunderbaren“ Menschen
Die Michelauer Feuerwehr versorgte die Gäste mit Speis und Trank bestens. Foto: Heinz Fischer

Ingrid Heinel vom Bestattungshaus Dinkel: „Im Grunde genommen können wir den PSNV nur im Nachgang bei der Betreuung von Hinterbliebenen unterstützen“. Feuerwehrmann Grothues bringt es auf den Punkt: „Viele Kameraden fühlen sich stark und glauben, solche Hilfe nicht zu brauchen. Aber wenn es dann so weit ist, nimmt man sie gerne in Anspruch“.

Lange noch saß man bei den Michelauer Feuerwehrleuten zusammen, viel wurde erzählt. Notfallseelsorger Alfred Bernhardt freute sich, an diesem Tag seinen Geburtstag im Kreise der Kameradinnen und Kameraden feiern zu können. Es sei allen Aktiven zu wünschen, dass es in Zukunft möglichst wenige Einsätze gebe, bei denen die Hilfe der Notfallversorgung für die Einsatzkräfte notwendig wird.

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