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Corona-Tagebuch:Brustwarzen und Körpersprache

Corona-Tagebuch: Das große Schnattern
Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um Brustwarzen und Körpersprache.

„Liebes Corona-Tagebuch, neulich, ich saß mit meinem Lieblingspsychiater im Café, da sprachen wir über Brustwarzen. Nicht über irgendwelche, sondern über jene, die angeblich nie zu sehen sind. Nichtexistente Papilla mammae sind eine Art Gütesiegel bei James-Bond-Filmen. Man sieht in diesen Filmen Leichen, Waffen, Massaker, Flugzeugabstürze oder Folterszenen, aber niemals eine weibliche Brustwarze. Dieser Ruf eilt den Filmen jedenfalls voraus und auch hinterher. Aber neulich, es war Wochenende und ich saß so mit mir beim Frühstück, da sah ich mal wieder einen Bond. Es war „In tödlicher Mission“ mit Roger Moore von 1981. Und da gibt es diese Szene, wo eine dunkellockige Lockende in so einem blauen Fummel einen Typen von der Wachmannschaft umgarnt. Mit Blume im Haar. Ich glaube, es war eine Blume aus der Familie der Nelkengewächse, aber das nur nebenbei.

Jedenfalls wirft sie sich ihm so an die Brust, und was dann im unteren rechten Bildrand zu sehen war, war eindeutig der Gegenbeweis zu dem, was über Bond-Filme im Umlauf ist. Frauen mögen das für eine Lappalie halten, aber für sensible männliche Filmfans bricht eine Welt zusammen, die bis dato für verlässlich sauber gehalten wurde.

Ich diskutierte über so etwas mal mit einer lieben Freundin von mir. Sie ist eine gestandene Frau, die im Leben steht und erprobte Wanderführerin ist. Ihr einziger Kommentar dazu: ,Mensch, sind Männer primitiv.' Auch wenn sie immerhin die Wörter Mann und Mensch in ein und demselben Satz unterbrachte, war das ein vernichtendes Urteil. All das besprachen mein Lieblingspsychiater und ich im Café, und wir beide fühlten uns durch dieses harsche Urteil verkannt.

Wie wir so plauderten, da fielen unsere Blicke auf den Tisch gegen Ende des Raumes. Dort saßen sich zwei Frauen gegenüber und bald stieß eine dritte Frau dazu. Sie war jünger, und sie war auch ein bisschen hübscher als die beiden anderen Frauen. Immer wieder versuchte sie, sich in das Gespräch einzuklinken und Anschluss zu finden. Aber immer wieder wurden ihr zwei nicht sehr temperierte Schultern gezeigt. Auch die Körpersprache der beiden etwas älteren Frauen war ziemlich beredt. Sie sprach von einer Allianz gegen die jüngere und etwas hübschere Frau.

,Weil sie jünger und hübscher ist', wie mein Lieblingspsychiater bemerkte. Worauf ich hinaus will, liebes Corona-Tagebuch? Hach ja, es tut einfach gut zu sehen, dass auch Frauen primitiv sein können. Auf ihre ganz eigene Art zwar, letztlich aber doch.“

 

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