LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Wie man eine Veganerin ärgert

Markus Häggberg. Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um eine berufliche Fahrt in den hohen Norden. Und um Veganismus.

„Liebes Corona-Tagebuch,

ich bin mit einem Kumpel beruflich auf Rügen. Allmorgendlich werden wir nun zusammen frühstücken und dazu in einer kleinen Gaststube sitzen. Sie ist vertäfelt und hie und dort finden sich Intarsien im Holz.

Gerade erzählte uns der Wirt, dass morgen eine Frau am Nebentisch sitzen wird, die ihn gestern darum bat, vegan frühstücken zu dürfen. Unser Wirt weiß noch nicht, was er davon halten soll und ob Veganismus irgendwie ansteckend ist.

Die Angst vor einer Missionarin

In ihm steigen Bilder und Fragen auf: Ist sie womöglich Sozialpädagogin? Immerhin trägt sie einen Doppelnamen. Vielleicht auch Dreadlocks? Wird sie womöglich in Latzhose frühstücken? Ist sie vielleicht eine missionarische Veganerin und wird uns angesichts unseres Wurstverzehrs mit Blicken strafen?

Fragen über Fragen, die meinem verdutzten Kumpel und mir zeigen, dass sich da jemand wirklich Gedanken macht. Doch wir basteln an unseren eigenen Antworten.

Literatur- und Filmquiz zu Leberwurstbrot mit Marmelade

Gerade finden wir heraus, dass, wenn man ein Butterbrot mit Leberwurst bestreicht, auf dieses dann eine Käsescheibe mit kreisrunden Löchern legt und durch die Löcher dunkelrote Marmelade quillen lässt, man dazu prima ein Literatur- oder Filmquiz starten kann. Die Geschichte, die gerade auf dem Teller meines Kumpels stattfindet, ist eindeutig Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“.

Wir überlegen, ob wir die Veganerin morgen an so einem Quiz mitmachen lassen wollen. Sollte sie sich pikiert zeigen, hätten wir noch ein besonderes Schauspiel zu bieten. Wenn man nämlich ein geschältes Ei mit Leberwurst bestreicht und mit Blutwurstscheiben umwickelt, lässt es sich geschmeidig zum Munde führen. Es schmeckt zwar nicht so dolle, aber das muss die Frau am Nebentisch ja nicht erfahren. Wichtig wäre nur, dass sie sich ekelt.

Weil wir ja schließlich erwachsen sind

Liebes Corona-Tagebuch,

die Arbeit ruft und wir müssen los, wir sind schließlich strukturiert und erwachsen. Aber in Gedanken sind wir schon beim morgigen Frühstück und dem neuen Gast.“

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