LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Wenn das Geld auf der Straße liegt

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Um was es heute geht? Um ein Sprichwort, und Geld, das auf der Straße liegt.

„Liebes Tagebuch, normalerweise stehe ich Sprichwörtern ja immer ein wenig gespalten gegenüber. Oft erschließen sie sich mir nicht oder erscheinen mir zu allgemein. Aber heute traf da mal etwas zu und das gibt Hoffnung. Also das war so: Ich packte mir oben in der Wohnung zwei Fünf-Euro-Scheine mitsamt meines Nasen-Mundschutz-Fummels in die Hosentasche, ging die Treppe runter und stellte mich, auf Christine wartend, auf die Straße.

Leider gleich ein glücklicher Finder da

Christine verspätet sich und so krame ich etwas in der Hosentasche herum. Dabei bemerke ich nicht, wie es mir einen der beiden Fünf-Euro-Scheine aus dem Höschen weht. Wenig später kommt mir ein Radfahrer entgegen und passiert mich. Ich grüße ihm noch freundlich hinterher und denke mir zu nichts was. Dann kommt der Radfahrer aber wieder zurück, schaut suchend auf den Boden, beugt sich über den Lenker, deutet auf den Fünf-Euro-Schein und sagt fröhlich: ,Dafür kann man sich schon mal bücken.'

In diesem Moment steigt in mir der Verdacht auf, dass das meine Kohle sein dürfte. Ich krame also in meinem Höschen rum und stelle fest: Außer dem Nasen-Mundschutz-Fummel ist dort nur noch einer der beiden Fünf-Euro-Scheine. Blöd. Blöd vor allem darum, weil ich dem freudig über den Lenker gebeugten Mann ja jetzt schlecht sagen konnte, dass die Kohle meine Knete war.

Kein vielversprechender Einstieg in den Feierabend

Etwas ratlos stand ich dumm rum und dachte so bei mir, dass der Feierabend ja toll begann. Aber dann fiel mir ein Sprichwort ein, und ich begann danach zu handeln. Und so schrieb ich diese Geschichte für mein Corona-Tagebuch auf und werde nach dem Abdruck dafür ein Mehrfaches des verlorenen Betrags erhalten. Soll also keiner sagen, dass das Geld nicht auf der Straße liegt. Dem Radfahrer gönne ich meine fünf Euro jetzt auch.“

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