LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Warum Weihnachten heuer so schlimm war

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um Weihnachten, und warum es heuer so besonders schlimm war.

„Liebes Corona-Tagebuch, es ist Lockdown, und es ist Weihnachten. Dieses Weihnachten also, so hieß es, würde besonders schlimm werden. Aber das stimmte nicht, denn es wurde noch viel schlimmer.

Kaffee und Kuchen, Gans und Spekulatius-Tiramisu

Da wäre dieser Heilige Abend gewesen, zu dem es schon am Morgen Frühstück gab. Das Mittagessen konnte wegen der Verwandtschaft nicht ausgelassen werden und Kaffee und Kuchen auch nicht. So gestärkt ging es dann am Abend an die Gans, und als ob es damit nicht schon schlimm genug gewesen wäre, gab es hinterher noch Spekulatius-Tiramisu.

Spekulatius-Tiramisu ist momentan in Mode. So wie das Nachtmahl, bei dem man auf Familie macht und alte Witze zu hören bekommt. Mit diesen im Ohr setzt man sich dann wenige Stunden später zum Frühstück. Und weil ja Feiertag ist, kann man das ja auch ein bisschen ausdehnen. So bis gegen Mittag.

Spekulatius-Tiramisu, Stollen, Lebkuchen und Nüsse

Dann gab es die Reste vom Spekulatius-Tiramisu. Zwar ist Spekulatius-Tiramisu neuerdings in Mode, aber dafür ist Reste-Essen Tradition. So wie der Stollen zum bald darauf einsetzenden Kaffee und Kuchen, der ist auch Tradition. Und die Nüsse samt Lebkuchen.

Verwandte bringen ja immer so viel mit, und da macht es keinen Unterschied, ob sie erbetene oder ungebetene Verwandte sind. Wenn sie gehen, lassen sie noch etwas da, und wenn sie anderntags anrufen, dann erkundigen sie sich danach, ob es auch geschmeckt hat.

Abendbrot, Mousse au Chocolat und Moussaka

Das wissend setzt man sich zum Abendbrot und hält das wenigstens etwas spartanisch, weil ja noch etwas von der französischen Mousse au Chocolat im Kühlschrank steht. Gleich neben dem griechischen Moussaka.

Dann sieht man gemeinsam fern und knabbert noch an Plätzchen, und Oma erzählt am Telefon davon, wie gut früher mal die Polnischen geschmeckt haben. Dann ist Schlafenszeit. Oma muss ins Bett. Da es zu Weihnachten keinen Fußball und kein Aktuelles Sportstudio gibt, geht man selbst eben auch.

Spekulatius-Tiramisu, Ente, Kaffee und Kuchen

Ein paar Stunden später ist Frühstück. Es ist noch Spekulatius-Tiramisu da und Eier und Aufschnitt und Brötchen, die Mutti im Ofen warm macht. Aber man darf nicht alle essen, weil aus manchen noch Würfel für die Klöße zu Mittag geschnitten werden. Dazu gibt es Ente (zweimal Gans war nicht zu bekommen) und Blaukraut. Und Kaffee und Kuchen, das gibt es auch bald dazu. Vor allem aber gibt es bald Abendbrot.

Liebes Corona-Tagebuch, ich wusste zwar, dass dieses Weihnachten schlimm werden würde, aber dass es so schlimm wird, hätte ich nicht gedacht.

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