LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Von modernen Kunden und ihren Ansprüchen

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um den modernen Kunden und seine Ansprüche. Und um Sterne im Internet.

Liebes Corona-Tagebuch, ein lieber Bekannter von mir betreibt einen Laden in Lichtenfels. Oder etwas Gastronomisches. Ich muss ihn schützen, darum eiere ich jetzt hier so ein bisschen mit der Branchenwahrheit rum und sage nicht, was er ganz genau betreibt.

Also, wie gesagt, das Stahlwerk, mit welchem er seine Brötchen verdient, hatte zu Corona-Zeiten nicht jeden Tag offen, und wie das eben so mit Metzgereien ist: Sie unterliegen modernen Zeiten, und die bringen moderne Kunden hervor.

Manche sind doof, manche einfach nur beknackt

Manche von ihnen sind doof, anderer dafür wiederum nur beknackt. Es kann sogar passieren, dass solche Menschen im Internet Bewertungen und Sterne für einen Laden beziehungsweise gastronomischen Betrieb abgeben. Völlig ungefragt und mit zweifelhafter Kompetenz.

Dann ist es hilfreich, wenn die Internetplattformen klärend und fair eingreifen, damit niemand einen Schaden erleidet. So wie beispielsweise mein Bekannter, der von einem Fremden nur einen von fünf Sternen verpasst bekam, weil dieser an einem gewissen Tag nicht bis zum Äußersten bedienstleistet wurde. Tja, wie es heutzutage eben so zugeht in diesen modernen Eisenwarenhandlungen. Als dann aber mein Bekannter bei dieser Internetplattform anrief, hieß es von dort, dass das schon alles seine Rechtmäßigkeit habe. Jedenfalls so ungefähr.

Ob der Laden offen war, spielt gar keine Rolle

Also griff mein Bekannter zum Äußersten, und zwar zu der Wahrheit. Er belegte der Plattform gegenüber, dass er an dem Tag, zu dem sich der Fremde beschwerte, seinen Schuppen ja überhaupt nicht geöffnet hatte. Das aber, so bekam er zur Antwort, sei irrelevant. Die Webseite selbst ist übrigens nicht bewertbar.

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