LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Von Eleganz, Leichtigkeit und dem Charme

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um den Wert guter Gespräche.

„Liebes Corona-Tagebuch, was wissen wir von unseren eigenen Wörtern? Sind wir in unserer Sprache beheimatet? Oder gibt es unentdeckte Seitenarme an uns längst bekannt scheinenden ruhenden Gewässern? So saßen ein Freund und ich zusammen, weil Corona entschleunigt. Wir saßen bei Tee im Freien und auf einer Bank, beschauten uns den Horizont und kramten in Erinnerungen. Dabei fiel das Wort vom Staunen, und irgendwann fiel uns auf, dass das Staunen eigentlich kein ausschließlich passiver Vorgang ist. Doch was ist das Wesen des Staunens? Immerhin gibt man ja in solch einem staunenden Moment zu und hält aus, dass das Bestaunte gerade größer ist als man selbst. Das ist irgendwie auch aktiv. 49 musste ich werden, um dieses Wort von einer neuen Seite aus zu betrachten. Liebes Corona-Tagebuch, gute Gespräche besitzen Reiz und Wert. Von Corona bleibt das unberührt.“