LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Von einem Engel und langen Haaren

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um Engel, die Mut geben.

„Liebes Corona-Tagebuch, es gibt heute nicht mehr viele Menschen, die uns Hoffnung zu geben verstehen. Sie gehen uns aus, diese wunderbaren Engel, die unseren Mut heben und uns dem Leben wieder in die Arme führen. Philipp ist einer von diesen Engeln.

Vertrauen in die Zukunft geschenkt

Erst jüngst spendete er einer Frau Vertrauen in die Zukunft und ihre Beziehung. Sie hatte sich ihm anvertraut und so erfuhr er, dass ihre Ehe in der Krise steckt und dass sie befürchtet, ihr Mann wolle sie nicht mehr so wie sie ist, sondern so, wie er sie damals kennengelernt hatte. ,Ständig sagt er, ich solle mir die Haare lang wachsen lassen', gestand die Frau Philipp gegenüber und schaute dabei sehr traurig drein. Sehr traurig. So traurig, dass Philipp wirklich, wirklich mitfühlte. Es tat ihm leid, was da alles so in der Art und Weise lag, in der die Frau ihre Zweifel und Befürchtungen zu sich und ihrem Manne ausdrückte.

Philipp erklärte mir, wie er sich Zeit für die arme Frau nahm und wie er ihr erklärte, dass ihr Mann sie womöglich nicht darum mit längeren Haaren möchte, weil er ihre Haare zu kurz findet, sondern weil er sich vielleicht nach ihrer unbeschwerten gemeinsamen Anfangszeit sehnt.

Unterbewusst in Verbindung gebracht

,Unterbewusst bringt er das eben mit deinen langen Haaren in Verbindung', erklärte Philipp der Frau. Dann erklärte er ihr, dass sie sich mal keine Sorgen machen sollte, ihr Mann würde sie ganz bestimmt noch lieben. ,Du hättest mal sehen sollen, welche Last von ihr abgefallen ist und wie aufgemuntert sie war', erklärte mir Philipp.

Einfach nur aus Mitleid erfunden

,Das ist schön, das hast du gut gemacht – aber woher weißt du nur solche Dinge?', wollte ich nicht ohne Bewunderung von Philipp wissen. ,Ich? Ich habe eine Ahnung von dem, was ich da gesagt habe. Ich hab' s erfunden, weil ich ihren Blick nicht ausgehalten habe und sie hat' s offenbar geschluckt. Wollen wir was trinken gehen?“, antwortete er mir. Philipp ist wirklich schwer in Ordnung.'“

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