LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Von Beerdigungen und Kleinwagen

M. Häggberg. Foto: Till Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht's um einen Freund, dem sein Nachlass einigen Kummer macht. Aber was hat der Kauf eines Kleinwagens damit zu tun?

„Liebes Corona-Tagebuch,

Albert ist nachdenklich geworden. Er ist jetzt so in der Mitte des Lebens (wenn's gut läuft) und überlegt sich, was er seinen Kindern mal hinterlassen wird. „Weißt du, ich bin noch ganz gesund, aber man macht sich halt so Gedanken“, sagte er mir.

Jetzt ist es aber so, dass er mitbekommen hat, dass eine Beerdigung so viel kostet wie ein neuer Kleinwagen. Und da überlege man dann schon. Wenn er jetzt stürbe, so Albert, käme es mit der Knete hin und er könnte den Kindern noch ein bisschen was hinterlassen. Aber schon in ein paar Jahren, wer weiß, da kostet so eine Beerdigung wieder mehr, und dann müssten seine Kinder womöglich noch draufzahlen.

Eigentlich neigt Albert nicht zur Schwarzmalerei, er ist im Grunde ein lustiger Typ und lebt ganz gerne. Sein Esprit ist jetzt ein bisschen gedämpft, weil es ihm so vorkommt, als würde er schon ein wenig auf Pump leben. Wegen der Kinder und so.

„Tja, was macht man da jetzt?“, fragte ich ihn und eher so allgemein. Seine Antwort war nicht schlecht. Er sagte leicht versonnen und irgendwie verklärt: „Kaufe ich mir halt einen gebrauchten Kleinwagen – die sind billiger.“

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