LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Vom Wert der Familie

Markus Häggberg. Foto: Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um

„Liebes Corona-Tagebuch, mir sagte neulich eine Frau, dass sie einen Mann mit Immobilien geheiratet habe. Ich habe mich sehr für sie gefreut, weil sie es ja somit ganz gut erwischt zu haben scheint.

Dann fragte ich sie, was ihr Mann denn beruflich so mache, und sie sagte mir, dass er die gemeinsamen Kinder erzieht, weil sie selbst ja noch berufstätig ist, aber nur bis 62 berufstätig bleiben möchte.

Immobilienbesitzer und Ganztagsfamilienvater

Jetzt hatte die Frau meine volle Aufmerksamkeit, denn offenbar schien ihr Ehemann Immobilienbesitzer und Ganztagsfamilienvater gleichzeitig zu sein. Eine wirklich gute Partie, wenn man so will.

Das mochte die Frau nicht vollumfänglich bestätigen, er habe, wie sie sagte, auch so ,seine Fehler‘. Einer dieser Fehler, das sollte sich im Verlauf des Gesprächs herausstellen, war, dass der Vater ihres Ehemannes noch am Leben und rüstig ist und das Immobilienerbe seinem Sohn somit ja noch nicht zugesprochen wurde. Aber bis man 62 ist, so die Frau, sollte die Sache – rüstig hin oder her – ja wohl über die Bühne gegangen sein.

Eine Moral oder ein Fazit gibt es dieses Mal nicht

Liebes Corona-Tagebuch, normalerweise steht an dieser Stelle ja immer eine Moral oder ein Fazit. Das mit der Moral können wir gleich knicken, und zu einem Fazit fehlen mir gerade irgendwie die Worte. Ich glaube aber, das Wort ,Arschloch‘ wäre im Fazit durchaus enthalten gewesen.“

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