LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Verrückte Träume und Milch

Markus Häggberg. Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um Träume. Und Milch.

„Liebes Corona-Tagebuch, als ich heute aufwachte, da glaubte ich, einen wirren Traum gehabt zu haben. Yves Montand wurde von einer schönen blonden Frau in rotem Kleid angesprochen. Sie riet ihm, er möge doch eine Beziehung mit ihrer Schwester eingehen. Allerdings sollte er dazu die Wohnung umgestalten, denn die Schwester sei ,größer als man es ihr ansieht'. So stand ich bald im Morgenmantel an der Kaffeemaschine und schüttelte den Kopf über den Quatsch, den man so träumt. Ich war fast froh, wach an der Maschine zu stehen, wobei ich zugeben muss, dass ich doch sowohl gedanklich wie auch melancholisch an der schönen blonden Frau hängen geblieben bin. Aber dann wurde ich aus dem Radio mit der Nachricht konfrontiert, dass es in England Bestrebungen gibt, den Begriff Muttermilch gegen den Begriff Menschenmilch auszutauschen, damit sich niemand benachteiligt fühlt, der, weil er beispielsweise ein Mann ist und nie Mutter werden kann, keine Milch zu geben imstande ist...

Manchmal weiß man auch im Morgenmantel nicht so recht, auf welcher Seite des Traumes man sich befindet. Ich ging zurück zu der Schönen im roten Kleid und zu Yves Montand. Ich half ihnen beim Tapezieren. So weit ich mich erinnere, haben sie geheiratet und Yves Montand wurde bald darauf schwanger. Dann schoss mir die Milch ein.

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