LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Tabus im Bus vor Oppeln

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Dieses mal nimmt er Abschied von Polen. Die Busfahrt birgt eine große Herausforderung.

„Liebes Corona-Tagebuch, die Tage in Polonia sind verflogen, und ich kehre heim. Wenn es mir gelingt, bis Oppeln nicht im Bus einzuschlafen, dann bin ich morgen früh wieder einigermaßen pünktlich am Schreibtisch. Aber ich darf halt nicht einschlafen, weil es ja noch umzusteigen gilt. Hinter mir sitzt ein Mann, der beständig Erdnüsse knackt und vor mir eine junge Frau, die der lebendige Beweis dafür ist, dass auch schöne junge Frauen mit der Verdauung zu kämpfen haben können.

Sehr, sehr flache Witze

Ich sitze quasi hinter einem Tabuthema und muss wach bleiben. Ab und zu macht der Busfahrer über das Mikrophon Witze, die so flach sind wie Holland und meine Gedanken gehen zurück zu den verlebten Tagen. Dabei fällt mir auf, dass ich meine Heimaten ja doch immer bei mir trug und nie wirklich weg war.

Wenn beispielsweise Onkel Christof mit mir sprach, schaltete ich auf Durchzug und hatte immer einen meiner Lieblingssongs im Kopf, einmal sogar ,Stairway to heaven'. Und als mir bei der Geburtstagsfeier meines Onkels drohte, dass ich würde tanzen müssen, da entzog ich mich dieser Gefahr, so wie es mir auch in Lichtenfels immer gelang.

Auch Erinnerungen sind Orte der Beheimatung und mit ihnen tritt man über Staatengrenzen und mit ihnen kehrt man auch wieder heim. So werde ich morgen durch das Maintal kommen und hinauf nach Kloster Banz schauen, auch wenn über diesem Ort seit Jahren die traurigen Augen einer schönen Frau hängen, mit der es nicht klappte. Auch das eine Heimat, irgendwie.

Doch damit das einigermaßen pünktlich gelingt, liebes Corona-Tagebuch, darf ich Oppeln nicht verpassen, muss ich wach blei..., wach …... chrrrr, chrrrr, chrrrr.“

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