Corona-Tagebuch: Was im Leben wirklich zählt

LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: So kann man auch mit Gott sprechen

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um eine Frau, die er zu kennen glaubte und die wegen ihres außergewöhnlichen Umgangs mit dem Glauben zum Staunen bringt:

„Liebes Corona-Tagebuch,

es ist schon manchmal komisch, dass man Menschen seit Jahren kennt und doch nicht kennt. Von Bianca weiß ich, welche Krankheiten sie hatte und dass sie beinahe mal eine Affäre mit diesem und fast mal eine Affäre mit jenem gehabt hätte.

So oft wir uns über die Jahre hinweg begegneten, nahmen wir uns Zeit füreinander und unterhielten uns über Politik und Kneipen und Kunst, ja selbst über Fußball. Darum dachte ich, ich würde sie kennen.

Aber jetzt sprachen wir glatt mal über Jenseitiges und ich durfte Bauklötze staunen. Bianca ist ein gläubiger Mensch, aber keiner, der Gott stets um etwas bittet. Im Gegenteil: Sie wünscht vielmehr Gott selbst allmorgendlich einen schönen Tag und dass er was zu lachen haben möge.

Ist das anmaßend oder frei? „Frank und frei – fränkisch eben“ sagte sie und lachte.

Liebes Corona-Tagebuch, ich finde, Bianca ist ein gutes Kind. Sie wünscht ihrem Vater eben auch mal was Gutes und immerhin hat er es ja nicht leicht mit uns.“