LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Passgenau und korrekt auf der Nase

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Um was es heute geht? Um einen Besucht im Amt. Maskentragen nach Vorschrift. Und was ein Lippenstift-Fleck damit zu tun hat.

Sitzt alles vorschriftsmäßig?

„Sitzt der Nasen-Mund-Schutz auch vorschriftsmäßig? Gerade so, als ob er sich genau diese Frage stellte, richtete sich der Mann im Amt seine ,Maske' im Gesicht ein.

Mit Sorgfalt fuhren seine Finger an ihren Rändern entlang, hoben diese an, rückten sie zurecht oder drückten auf den Metalldraht, um nur ja höchste Passgenauigkeit entlang der Nasenflügel herzustellen.Wenn man ihm schon zusah, bekam man den Eindruck, der Mann ist mindestens sorgfältig, wenn nicht sogar pedantisch.

Man weiß ja, was man von Pedanten zu halten hat

Und man weiß ja schließlich, was man von Pedanten halten darf und wie die so sind. Humorlos, weltfremd, und irgendwie in Richtung Zwangsstörung unterwegs. Aber er war kein Beamter, nein, nein, er hatte einen Behördengang zu machen und justierte eben darum gewissenhaft seinen Fummel vor der Visage.

Da plötzlich trat eine Staatsdienerin an ihn heran und wies ihn auf den Fleck auf seiner Nasen-Mundschutz-Maske hin.

„Das ist nur Lippenstift“, erklärte der Mann allerschlagfertigst lachend und ließ die Frau stehen. Tja, Pedanten sind halt auch nicht mehr, was sie mal waren.“

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