LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Nächtliche Lichter und Eierlikör

Corona-Tagebuch: Das große Schnattern
Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um nächtliche Erscheinungen und Eierlikör.

„Liebes Corona-Tagebuch, manchmal kommt es ja vor, dass man glaubt, verrückt geworden zu sein. Man hat da nämlich was beobachtet, was man sich nicht erklären kann.

Schlaflose Nacht mit Folgen

Schlimmer noch: man kann es dann den anderen nicht erklären. Ging Manuela kürzlich auch so. Sie konnte in der Nacht nicht schlafen, ging auf den Balkon eine rauchen und sah Lichter am Himmel. Die Lichter, die sie um solche Uhrzeit bislang immer am Himmel sah, nannten sich Sterne und waren allgemein bekannt. Nun aber sah Manu (wir können sie ab hier Manu nennen) am südlichen Lichtenfelser Himmel ,Sterne' stehen, die sie als eine Art Lichterkette empfand. ,Die waren so aufgereiht und in gleichmäßigem Abstand zueinander', erklärte sie mir. Der Anblick hat sie jedenfalls schwer beeindruckt. So sehr, dass sie sogar in Erwägung zog, sich hier und jetzt auf ihrem nächtlichen Balkon einen Schnaps einzugießen.

Guter Start in den Tag

Sie behalf sich letztlich mit Eierlikör, was zwar einen guten Start in den Tag bedeutete, sie aber nicht unbedingt schlauer machte. ,Ich dachte, ich werd' bekloppt', klagte sie mir anbetrachts ihrer Erscheinung. Ich versuchte Manu zu beruhigen und ihr die Angst vor einer solchen Entwicklung zu nehmen. Ich sagte: ,Hey, wenn man sich verbessern kann...' (Die Betonung kommt hier natürlich nicht so gut rüber, wie wenn das freundlich und verständnisvoll gesprochen wird.) Gestern aber kam ich der Sache auf die Spur. Eine andere Frau, die auch schon dachte, verrückt geworden zu sein (sie ist es nach meinem Dafürhalten aber wirklich und schon längst), erklärte mir, dass es sich bei dieser beobachteten Sternenkonstellation um Satelliten handelte, die quasi über der Erde schweben und dafür sorgen sollen, dass alle möglichen Daten aufgenommen werden, damit nur ja auch im letzten Winkel zwischen Frankenwald und Itzgrund das Internet wie geschmiert laufen kann. Kein Geringerer als Elons Musk steckt dahinter und tat es jetzt auch über dem Lichtenfelser Himmel.

Ende gut, alles gut

Liebes Corona-Tagebuch, alles hat sich aufgeklärt und alles ist gut. Manu ist nicht bekloppt (denkt sie) und wir haben bald überall so geschmiert Internet, dass wir auch auf den Feldwegen am Arsch der Welt mit unseren Handy Selfies machen können. Darauf einen Eierlikör.“

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