LICHTENFELS

Corona–Tagebuch: Mascarpone und die gute Nachbarin

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um den richtigen Umgang mit eignen Fehlern.

„Liebes Corona-Tagebuch, wir alle machen Fehler. Uli bildet da keine Ausnahme. Ihm ist da nämlich neulich ein Fauxpas unterlaufen. In solchen Fällen ist absolute Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang mit den eigenen Fehlern mehr als angebracht. Schonungslos und knallhart. Da Uli das nicht macht, übernehme ich das für ihn und erzähle mehr.

Vor Tagen war er nämlich gelüstig auf etwas Süßes, und so ging er zum Schauen in den Supermarkt. Man muss dazu sagen, dass Uli sich eine gewisse Naivität bewahrt hat und immer glaubt, was auf den Verpackungen steht oder abgebildet ist. So war es auch, als er mit seinem Einkaufswagen am Kühlregal entlangfuhr. Da plötzlich stach ihm etwas ins Auge, womit er sich bis dato noch nicht detailliert befasst hatte: Mas-car-po-ne.

Scheint so eine Art Tiramisu zu sein

Ein schönes Wort, ein klangvolles Wort. Und so wie es auf der Verpackung aussah, muss dieses Mascarpone einem Tiramisu ja zum Verwechseln ähnlich sein. Da war so viel Kakao drauf und alles wirkte so appetitlich. Da Uli ordentlich gelüstig war, kaufte er sich vier Packungen von diesem Mascarpone, also ein Kilogramm zu 82 Prozent Fett in Trockenmasse. Daheim stellte er nach Öffnen der Verpackung fest, dass Mascarpone keine Nebenvariante von Tiramisu ist, sondern einfach nur fader Frischkäse, und dass das Bild auf der Verpackung nur ein Serviervorschlag war.

Uli war so richtig gekickt

Das hatte er nicht gewusst, und entsprechend geknickt war der Uli. Er kam sich auch so richtig dumm vor. Aber gelüstig war er immer noch. Also klingelte er bei seiner Nachbarin und fragte sie, ob sie womöglich was zum Naschen im Haus habe, denn er selbst habe nur Mascarpone daheim und das sei, wie man ja wisse, nur so ein doofer Käse, obwohl ihm vorgegaukelt wurde, es handele sich um eine Art Tiramisu.

Seine Nachbarin war von mitfühlendem Wesen und aufgeweckter Art, und so bot sie ihm tatsächlich an, anderntags aus dem Kilo Mascarpone ein waschechtes Tiramisu zu zaubern. Das könnte man ja vielleicht auch gemeinsam essen, vielleicht beim TV-Gucken? Und die Moral von der Geschichte?

Ende gut, alles gut

Liebes Corona-Tagebuch, Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang mit eigenen Fehlern sind einfach verdammt wichtig. Ende gut, alles gut.“

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