LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Lächelnd in Erinnerung bleiben

M. Häggberg. Foto: Till Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht's um Fragen, die man sich öfter stellen sollte.

„Liebes Corona-Tagebuch, wenn man einem Toten gegenüber sitzt, dann hat man Gelegenheit zu innerlichem Abschiednehmen und Betrachtung. Dann geht es um beides, das Leben und den Tod, die zwei Seiten einer Medaille, oder die zwei Zustände derselben Sache. So saß ich da und suchte bei der Schlafenden vis-a-vis nach so etwas wie dem Fazit zu einem Leben, oder etwas, das ihr Antlitz mit meinem Wunsch versöhnte, es möge ihr gut ergangen sein.

Leider stand in ihrem schlafenden Gesicht zu wenig davon geschrieben, dass sie ein schönes Leben gehabt haben könnte. Vielleicht aber lag es auch nur daran, dass ich sie nicht so gut gekannt habe, wie ich hätte sollen. Und so kommt es, dass man jemandem gegenüber sitzt, an den man Fragen hat, der seine Antworten aber für sich behält.

Wie lebt man ein gutes Leben? Wie tanzt man würdevoll aus ihm heraus? Wie schafft man es, lächelnd in Erinnerung zu bleiben? Fragen, die man sich öfter mal stellen sollte. Aber zugegeben, das geht auch ohne Leichnam gegenüber, denn das sollte man auch zu anderen Gelegenheiten hinbekommen.“

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