LICHTENFELS

Corona–Tagebuch: Kommunikation in Zeiten der Maske

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Dieses Mal geht es um Kommunikationsprobleme und deren Ursachen.

„Liebes Corona-Tagebuch, was soll ich dir sagen: Man hat so seine Mühen mit diesen Masken. Dem einen Träger verhelfen sie dazu, sich die Brille zu beschlagen, dem anderen ermöglichen sie die undeutliche Rede. Doch was ich jetzt erleben durfte, das schlägt alles.

Da war ein Mann, und er war ordentlich mit Maske unterwegs. Legal vermummt, quasi. Er kam mir auf dem Bürgersteig entgegen, und weder kannte er mich, noch kannte ich ihn. Als wir so zwei Meter voneinander entfernt waren, da sagte er etwas. Und es klang irgendwie nach ,Hmpfübundmähängangädpfng – hähähm?', oder so ähnlich.

„Hmpfübundmähängangädpfng – hähähm?“

Ich war höflich und bat ihn, das Gesagte zu wiederholen. Der Mann nickte, seine Augen blickten freundlich und er wiederholte: ,Hmpfübundmähängangädpfng – hähähm?', oder so ähnlich. Leider konnte ich mir immer noch keinen Reim auf das Geäußerte machen, und so bat ich ihn erneut, er möge wiederholen.

Das tat er auch, jetzt aber mit etwas mehr Nachdruck: ,Hmpfübundmähängangädpfng – hähähm!' Also, das war mir jetzt wirklich peinlich, dass ich dieses Genuschel wieder nicht verstand. Meine Güte, dachte ich bei mir, diese Masken habe es in sich. So blickte ich kurz nach links, kurz nach rechts, ob uns vielleicht jemand beobachtet.

Als ich sah, dass dem nicht so war, forderte ich den Mann auf, doch bitte ganz kurz seine Maske vom Gesicht zu nehmen, um sich nun klarer zu wiederholen. Der Mann willigte sofort ein und sprach: ,Hmpfübundmähängangädpfng – hähähm!', oder so ähnlich. Tja, was soll ich sagen - nicht jeder braucht zum Nuscheln eine Maske.“

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