LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Klaus Kinski und eine Flasche Rotwein

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um gute Filme. Und guten Rotwein. Und darum, wie beides zueinander passt.

„Liebes Corona-Tagebuch, ein guter Freund – ich habe ihm viel zu verdanken – hatte kürzlich Geburtstag. Und wie das so mit guten Freunden ist: Sie erwarten Geschenke. Da steht man dann da und ist ratlos und überfordert.

Von meinem guten Freund weiß ich, dass er sich demnächst ein Bluray-Abspielgerät kaufen will. Ich weiß von ihm aber auch noch mehr. Und dazu gehört, dass er Rotweine schätzt. Vielleicht habe ich mich ja etwas eigenwillig angestellt, aber ich hatte den Verdacht, dass das Beschenken wirklich eine tückische Angelegenheit darstellt.

Vor allem, wenn man wenig Übung darin hat. Ich ging also zum Hi-Fi-Markt meines Vertrauens und ließ mich bezüglich der Filme beraten. ,Welcher Rotwein passt denn zu Filmen vom Wim Wenders?‘, wollte ich wissen.

Aber was soll ich sagen, ich bekam nur komische Blicke. Also ging ich das Filmangebot erneut durch und stieß auf Filme mit Klaus Kinski. ,Welcher Rotwein passt denn zu Klaus Kinski?‘, erkundigte ich mich nun und schärfte dem Personal ein, dass es unbedingt Rotwein sein müsse, weil mein guter Freund keinen Weißwein trinkt.

Achselzucken beim Personal

Kurz und gut, man konnte mir nicht helfen. Also versuchte ich das Pferd vom anderen Ende aufzuzäumen und ging in den Weinhandel meines Vertrauens. ,Welcher Film passt zu einem Rotwein ab 20 Euro?‘, warf ich in die Runde. Es war wie verhext, denn wieder bekam ich nur komische Blicke. Manchmal habe ich den Verdacht, um den Service im Einzelhandel steht es nicht so dolle. Aber ich wollte nicht so schnell aufgeben und gab der Bedienung noch eine Chance. Ich versuchte, über mehr Präzision einen Zugang zur Bedienung zu finden, und formulierte daher konkreter. ,Meinen Sie, Klaus Kinski passt besser zu einem Rotwein ab 20 Euro als Filme von Wim Wenders?‘

Wichtiger als ein Geschenk

Tja, was soll ich sagen, wieder erhielt ich nur ein Achselzucken. Ich habe mich nun entschlossen, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Soll keiner sagen, ich hätte es nicht versucht. Und wenn man mal ehrlich ist, dann sind Geschenke doch gar nicht so wichtig. Das Wichtigste ist doch, dass man aneinander denkt.“

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