LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Ihr Kinderlein - Komet

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um einen Kometen. Na ja, auch um einen Papa und natürlich seine Kinder.

„Liebes Corona-Tagebuch, jetzt komme ich mir fast ein bisschen wie eine Petze vor. Ich mein', ich kenn' den Mann ja persönlich, nicht wahr. Aber bitte, was wahr ist, muss wahr bleiben. Er wird schon nicht mit mir schimpfen. Und was seine Kinder anbelangt, die werden es verkraften und ihrem Vater noch mal dankbar sein.

Also es war vor wenigen Tagen in Burgkunstadt, es war dunkle Nacht und die beiden Buben schliefen schon tief und fest. Klar, es war ja auch anderntags Schule oder Kindergarten oder so was ähnliches. Und unter Burgkunstadts Dächern schliefen viele Kinder und träumten. Am Himmel aber spielte sich etwas ab. Ein Komet zog seine Bahn in Richtung Nordnordwest, und sein Schweif leuchtete zwar kleiner aber genauso hell wie die Milchstraße.

Ich weiß es genau, ich saß ja strickend im Kurpark. Na jedenfalls dachte sich so mitten in der Nacht und mitten im Sommer auch dieser Vater „Ihr Kinderlein – Komet!“. Und schlich hinauf zu den Kinderzimmern. Dann brach der Mann jede elterliche Regel, weil Kinder doch ihren Schlaf brauchen und nicht schon in diesem Alter verlottern sollen.

Er weckte seine irritierten Sprösslinge und forderte sie auf, sich mit ihm dieses Schauspiel anzusehen. Es passiert immerhin nur alle 8000 Jahre. Weil er wohl nicht garantieren könne, dass er bei der nächsten Wiederkehr des Kometen gerade Zeit haben oder im Lande (der Papa ist öfter mal beruflich unterwegs) sein werde, wollte er die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen.

Als sie so zu dritt und mitten in der Nacht als einzige auf der Straße standen und in den Himmel blickten, da waren die beiden Buben mächtig stolz. In dieser Straße jedenfalls hatte niemand einen so tollen Papa wie sie.“

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