LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Hoher Schauwert am Lichtenfelser Marktplatz

Markus Häggberg. Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagbuch. Heute geht es um Sommerabende, Kulturgenuss und um einen Menschen, die sein Revier markiert. Markus Häggberg und sein Kumpel hätten beinahe schlecht von diesem Menschen gedacht – aber nur beinahe.

„Liebes Corona-Tagebuch, die letzten warmen Sommertage sind angebrochen, und da nutzt man es natürlich so oft wie möglich aus, abends noch schön bei einem gepflegten Bier draußen zu sitzen. Der Lichtenfelser Marktplatz bietet sich hierfür bestens an, denn er hat sich wirklich gemausert. Früher als Platz des himmlischen Friedens verschrieen, hat er doch sehr viel an Kultur gewonnen. Es gibt Konzerte, es gibt Gastronomie und es gibt immer wieder etwas von hohem Schauwert.

Wenn der laue Sommerwind durch die Achselhaare streicht

Erst neulich saß ich an einem warmen Abend mit einem Kumpel am Marktplatz. Wenn dann die Abendsonne scheint und einem der laue Sommerwind sachte durch die Achselhaare streicht, ist man mit dem Tag versöhnt.

Man bestellt sich etwas zu essen und zu trinken, besieht sich die Menschen und erfreut sich an all der Kultur, die es jetzt zu sehen gibt. Da sind beispielsweise Menschen, die ihre Hunde ans Rathaus pissen lassen. Natürlich muss ein Hund ja auch mal Pipi machen und sein Revier markieren, und natürlich ist ein Rathaus – gerade für einen Demokraten – kein unantastbarer Ort. Aber mein Kumpel und ich sahen Menschen, die ihre Hunde ganz bewusst zum Pissen ans Rathaus zu führen schienen und da stellt man sich zwischen Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch halt doch die Frage, ob das noch Notdurft oder schon Kultur ist.

Eine Szene, die Unterhaltungswert hatte

Wie erfrischend anders war da doch dieser Mann, der an der Ostseite des Rathauses über Hunde schimpfte und einen von ihnen zu erschrecken suchte. Als der Hund sich unbeeindruckt zeigte, zog der Mann weiter in Richtung Unteres Tor. Als er auf Höhe der Rathauswestseite angelangte,hielt er aber inne und es schien, als besinne er sich auf etwas. Ein letzter Fetzen Abendsonne beschien die Szene, und mein Kumpel und ich löffelten unsere Nachspeisen.

Da sahen wir, wie der Mann ohne Hektik an die Rathauswand trat und auch sein Revier zu markieren begann. In seinem ganzen Tun war nichts von Hektik oder Aktionismus zu bemerken. Offensichtlich nahm sich da noch jemand Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Mein Kumpel und ich wollten schon beinahe schlecht über den Mann denken, aber dann sahen wir, dass er zum Händewaschen doch noch das geöffnete Rathaus-WC aufsuchte.

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