LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Häggberg, ein Gesetzloser?

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um ... Ist Markus Häggberg ein Gesetzloser?

„Liebes Corona-Tagebuch, jetzt herrschen ja gerade die Ausgangsbestimmungen, und weiter als 15 Kilometer darf man sich auch nicht von daheim entfernen. Und trotzdem muss ich zugeben, dass ich gestern Bernd in Bamberg getroffen habe. Das sind 35 Kilometer, und es war verboten. Aber das alles wäre nicht passiert, wenn Helmut mich nicht angestiftet hätte.

Er erzählte mir davon, dass Bernd es mit seinem neuen Arbeitgeber gut erwischt hat. Und der für Betriebsangehörige sogar einen kleinen Einkaufsmarkt hat, damit sie dort vergünstigt einkaufen können. So fuhren Helmut und ich dorthin. Und weil wir Bernd suchten, bekamen wir sogar Einlass auf das Betriebsgelände. Ich muss sagen, dass der Markt wirklich toll war und er der Belegschaft tatsächlich günstigere Konditionen einräumte. Bernd hatte wirklich Glück mit diesem Arbeitgeber. Und als wir ihn trafen, sagten wir ihm das auch.

Er freute sich sehr, uns mal wieder zu sehen. Aber er war kurz angebunden, weil er noch einen Termin hatte und bei einem Herrn Kurz ein paar Ölbilder kaufen wollte. Tja, und dann gingen wir auch schon wieder getrennte Wege.

Liebes Corona-Tagebuch, wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dann habe ich wirklich kein schlechtes Gewissen wegen unserer Begegnung und den mehr als 15 Kilometern.

Im Gegenteil – ich bin eher dankbar. Denn auch in Corona-Zeiten gibt es ja noch das Unterbewusstsein, und es schenkt uns Träume, in denen es keine Ausgangssperren und keine Begrenzungen gibt. Danke. Der Preis, den man dafür zahlt, ist überschaubar. Er besteht lediglich in einer hanebüchenen Story.“

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