LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Es kann durchaus doppelt traurig sein

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd sein Corona-Tagebuch. Heute geht es um Bücher, Mütter und Söhne.

„Liebes Corona-Tagebuch, Klemens brachte mir gestern ein Buch von James Michener vorbei. Von dem hat ja fast jeder was daheim im Schrank stehen und noch nicht gelesen. Klemens ist ein großer Fan von all dem Wissen, das sich in Micheners Kopf befand. Ich wurde neugierig und erkundigte mich im Internet zu diesem Michener.

Er war ein Amerikaner und wurde 90 Jahre alt. Seine Bücher gelten als genauestens recherchiert, und von ihnen schrieb er wohl an die 40 Stück. Er erhielt sogar den Pulitzer-Preis und spendete 100 Millionen Dollar an karitative Einrichtungen. Aber dann las ich, dass der Mann nicht wusste, wer seine Mutter und wer sein Vater war, er wusste noch nicht mal, wann genau er geboren wurde. So etwas ist sehr traurig, und ich begann bei einer Tasse Tee für den Verstorbenen zu hoffen, dass ihm all sein Erfolg ein Ausgleich für die Entwurzelung gewesen sein mochte.

Aber dann fiel mir auf, dass sich die Sache ja wohl auch im umgekehrten Fall traurig verhielt. Sicher hat sich eine Mutter doch gefragt, was aus ihrem Kind geworden ist. Sie hat es wohl nie erfahren. Vielleicht hatte sie sogar ein Buch von ihm in ihrem Schrank stehen, noch nicht einmal ahnend, dass es von ihrem Sohn war. Liebes Corona-Tagebuch, manchmal kann eine Medaille wohl auch zwei traurige Seiten haben.“

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