LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: ein falscher Fünfziger und die Folgen

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um einen falschen Fünfziger.

„Liebes Corona-Tagebuch, Daniel hat ihn mir gezeigt. Und er sah wirklich, wirklich falsch aus. „Vor Tagen ist mir der in die Hände gefallen“, erklärte er mir zu dem Geldschein. Es war ein 50-er, ein Fuffi also. Er war so breit wie ein Fuffi, so hoch wie ein Fuffi, nur eben nicht so rötlich-braun wie ein Fuffi. Der Geldschein war heller, viel heller. Und Daniel war irgendwie aufgeregt.

Laut Statistik hat jeder irgendwann mal Falschgeld in den Händen

„Wie bist du denn an den geraten?“, fragte ich ihn, und er sagte mir, dass er das nicht wisse. Aber eines wisse er genau: Der Schein ist 'ne blütenreine Blüte. Vermutlich sei sie ihm angedreht worden, als er gerade nicht hinschaute. Man schaut ja auch nicht immer hin, was für Scheine man so als Wechselgeld zurückbekommt. Aber abgesehen davon gibt es da ja eh diese Statistik, wonach wir alle ja irgendwann mal im Leben Falschgeld in Händen haben.

„Wirst du ihn der Polizei zeigen?“, fragte ich Daniel und rechnete mit einem Ausgang, der hier schon schiedlich-friedlich sein würde. Doch Daniel wollte mehr, er wollte es darauf anlegen. „Möchte mal wissen, was passiert, wenn du irgendwo mit Falschgeld bezahlst, und sie dir drauf kommen.

Einfach so tun, als wüsste man von nichts

Ich werde einfach sagen, ich hab' von nix eine Ahnung, und dass ich mich doch nicht mit Falschgeld auskenne. Was soll schon passieren, außer dass es da einen Auflauf geben wird? Und hey, vielleicht kommt ja auch die Polizei.“

So sah es Daniel, und so ging er dann zur Post und kaufte mit seinem Fuffi Briefumschläge ein, darauf gefasst, dass gleich die Show losging. „Und was passierte dann? Los erzähl, lass' es dir doch nicht aus der Nase ziehen“, drängte ich ihn auf Auskunft.

Das Ende der Geschichte wird Markus Häggberg nie vergessen

„Okay, ich ging zum Schalter, legte die Umschläge vor und den Schein daneben“, sagte er mit leuchtenden Augen. „Ja, weiter“, forderte ich. „Dann nahm die Frau das Geld und ließ es wohl durch so eine Maschine laufen.“ „Ja, und dann?“, platzte es aus mir heraus.

Dann schilderte mir Daniel das dann Gekommene, und ich werde es nie vergessen. „Dann war es tatsächlich … echt. Mann, ich war wirklich enttäuscht. Ich hatte mir alles so schön ausgemalt.“

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