LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Die Versuchung ist größer

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um die Verlockungen des Fleisches.

„Liebes Corona-Tagebuch, ich habe gegen die Verlockungen des Fleisches angekämpft. Ich habe es wirklich versucht, aber ich bin gescheitert. Zweimal. War super. Das kam so: Ich hatte noch ordentlich viel zu tun, saß am Schreibtisch und grübelte so vor mich hin. Und her. Da war ein Thema, das sich einfach nicht packen lassen wollte. Ich konnte es drehen und wenden, ließ es kreisen und abtauchen und aufsteigen – alles Mist!

Also dachte ich mir, dass ich doch mal kurz vor die Tür treten könnte, nur mal eben so und vielleicht zu dem öffentlichen Bücherschrank am Marktplatz. Ich ging also so vor mich hin und plötzlich, auf Höhe einer Lokalität, stieß ich auf Michael und Diana.

Sie hießen mich zu sich setzen und ich sagte, ich könne allenfalls fünf Minuten bleiben. Eine Stunde später bestand ich darauf, jetzt bald aufzubrechen und auch endlich an den Schreibtisch zurückzukehren. Diana und Michael griffen aber zu unlauteren Mitteln und spendierten mir ein Bier. Es wurde von der Bedienung auch tatsächlich an den Tisch gebracht, und so sehr ich mich auch dagegen wehrte, es war stärker als ich.

Dann kommen auch noch Tina und Michael

Nur eine dreiviertel Stunde später war ich fertig mit dem Bier. Doch da bogen Tina und Michael ums Eck und setzten sich zu uns. Ich stand auf, doch sie hießen mich zu bleiben und ich sagte, dass ich das allenfalls noch fünf Minuten lang könne. Wegen der Arbeit, und weil ich doch eine bürgerliche Existenz bin. Dann spendierten sie mir ein Bier, obwohl ich heftig abwinkte. Tatsächlich brachte die Bedienung das Bier auch an den Tisch, und so saß ich da, meine ursprüngliche Absicht hier und das Bier dort.

Eine dreiviertel Stunde später… Na ja, was soll ich sagen, der Mensch ist eben schwach. Ich habe wirklich versucht, gegen die Verlockungen des Fleisches anzukämpfen, aber ich bin gescheitert. Zweimal. War super. Und das, liebes Tagebuch, ist das Schöne an unserer kleinen Stadt und unserer Heimat. Sie ist nicht groß genug, damit Menschen gänzlich unbemerkt bleiben. Es ist auch schön, nicht in München oder Berlin zu sein.“

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