LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Die Sache mit der Vergesslichkeit

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute berichtet er über Maskenpflicht und die Sache mit der Vergesslichkeit.

„Liebes Corona-Tagebuch, ich weiß nicht was es ist, das mich immer und immer wieder die Corona-Maske abzunehmen vergessen lässt. Manchmal merke ich erst Minuten nachdem ich einen Laden verlassen habe, dass mir das Ding noch im Gesicht sitzt.

Kommt das Unterbewusstsein ins Spiel

Jedenfalls war das mit der Vergesslichkeit bislang immer meine einzige Meinung zu diesem Umstand. Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher, denn ich ziehe neuerdings auch mein Unterbewusstsein als Maskenträger in Betracht. Erst neulich zum Beispiel, da war ich mit einem Kumpel was essen. Wer isst, muss aber auch trinken und während ich ein gepflegtes Bier trank, bestellt sich mein Kumpel (er ist älter als ich) eine „gute Limonade“. Der Blick des Obers sagte alles. Dann wurde gegessen, getrunken und gezahlt. Auch eine 3G-Regel. Bald stolperte ich mit meinem Kumpel aus dem Lokal, und weil man ja vom Essenstisch bis zur Tür wieder die Maske aufzusetzen hat, stand ich mit Maske vor der Nase wieder auf der Straße. Mein Kumpel hat zur Corona-Maske ein entspannteres Verhältnis, will sagen, er kann und will auch ohne sie.

Endlich einmal durchatmen

Eben darum nahm er sie schon beim ersten Schritt auf die Straße wieder ab. Er neigt dann auch zum Durchatmen und ich finde, es hat so etwas Darstellerisches. Na egal, wir schlenderten jedenfalls zu diesem Bücherschrank am Floriansbrunnen und während mir ein Buch über hundsgemeine Krankheiten ins Auge stach, stach meinem Kumpel (wie gesagt, er ist noch älter als ich) ein peinliches Buch über Fix und Foxi ins Auge.

Bussi-Bär und der Indochina-Krieg

Dann weckte ein Buch über den ersten Indochina-Krieg mein Interesse und ich blätterte darin.

Mein Kumpel hingegen zog ein noch peinlicheres Buch über Bussi-Bärchen aus dem Regal, setzte zu allem Überfluss auch noch ein zufriedenes Lächeln auf, zog in Betracht dieses Buch mitzunehmen und blickte dabei kurz zu mir herüber.

„Warum hast du denn noch deine Maske auf?“, fragte er dazu und verdrehte so ein bisschen die Augen. „Nanu“, sagte ich und nahm die Maske ab. Dann blieb ich ihm die Antwort schuldig.

Der wirklich und wahre Grund

Offiziell führe ich meine Vergesslichkeit ins Feld, aber inoffiziell halte ich es für möglich, dass ich einfach nur nicht erkannt werden möchte, wenn ich mit meinem Kumpel unterwegs bin.

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