LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Die Sache mit der Vergesslichkeit

Corona-Tagebuch: Das große Schnattern
Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um die Vergesslichkeit. Und irgendetwas mit „B“.

„Liebes Corona-Tagebuch, von Zeit zu Zeit kommt es vor, dass mir etwas Lustiges passiert, und ich nicht gleich dazu komme, es mir aufzuschreiben. Ich bin ja immerhin auch nicht mehr ganz jung und niemand widersteht der Zeit. Vergesslichkeit, du verstehst?

Schon den guten Vorsatz vergessen

Neuerdings vergesse ich aber auch schon den guten Vorsatz, mir etwas später aufzuschreiben und dann kommt es vor, dass ich mir Tage lang das Hirn darüber zermartere, was ich da nun eigentlich Lustiges erlebt habe. Dann kann es passieren, dass ich das Erlebte nicht mehr zu rekonstruieren in der Lage bin, oder es auch gar nicht mehr lustig finde. Oder mich zur falschen Zeit an das Falsche erinnere. Neuerdings sichere ich mich aber noch mal ab, wenn ich versäumt habe, eine Begebenheit aufzuschreiben. Ich erzähle sie meiner WG-Mitbewohnerin und verlasse mich dabei ganz auf ihr gutes Gedächtnis. Sie scheint mir wirklich qualifiziert, denn wir hatten vor vielen Jahren mal was miteinander, und noch heute weiß sie ziemlich genau, wann ich mal wo welche Fehler gemacht habe.

Ja, ja, die Szene ist noch da, aber...

Also fragte ich sie gestern, worum es bei dieser Geschichte eigentlich ging, über die wir am Tag davor auf dem Flur noch so geschmunzelt haben. Ich weiß diese Szene noch genau, denn sie hatte in dem Moment einen schweren Koffer über den Flur geschleppt und ich – freundlich wie ich bin – hielt ihr die Tür auf. Sie wollte verreisen, nach Bad Tölz, ins Bergische oder nach Buttenheim, ich weiß es nicht mehr so genau, aber es war irgendwas mit B, da schwöre ich jeden Eid drauf. Jedenfalls weiß ich noch genau, dass ich ihr ja von dieser Geschichte erzählte und wir dann gemeinsam schmunzelten.

Nun also war mir danach, sie aufzuschreiben, und so fragte ich meine Mitbewohnerin, was sich denn da zugetragen hatte. Aber ach, auch sie wusste es nicht mehr. Sie wusste es einfach nicht.

Endstation ist Bad Tölz

Liebes Corona-Tagebuch, ich vermute mal, dass auch sie so ihre Stärken und Schwächen beim Gedächtnis hat. Möglicherweise ist ihr Gedächtnis dort besser, wo meine Fehler aufbewahrt werden. Und jetzt, wie ich das so schreibe, liebes Corona-Tagebuch, muss ich schmunzeln, denn mir ist es jetzt wieder eingefallen. Sie wollte nach Bad Tölz verreisen. Nicht ins Bergische und auch gewiss nicht nach Buttenheim.“

 

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