Corona-Tagebuch: Das große Schnattern

LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Die Sache mit der Lebensplanung

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um ein Stück Lebensplanung.

„Liebes Corona-Tagebuch, der junge Mann wartete darauf, nun endlich vorgelassen zu werden und dranzukommen. Doch wie es in Corona-Zeiten so ist, es gilt noch etwas auszufüllen und seine Kontaktdaten zu hinterlegen. So stand der Mann da, betrachtete die Spalten und Rubriken auf dem ihm ausgehändigten Blatt Papier und hatte da eine Frage: ,Welcher Tag ist heute eigentlich?' Jemand vom Behördenpersonal sagte ihm, dass man heute den 3. November habe. ,Heute ist nicht der 4. November?', erwiderte der Mann mit freudig aufgerissenen Augen, irgendwo zwischen Unglaube und Erleichterung. Man versicherte ihm, dass gerade ganz bestimmt der 3. November stattfinde, und der junge Mann gab zur Antwort, dass er am 4. November dringend und beruflich in Kiel sein müsse und wohl noch mal Glück gehabt habe. Er sagte es mit glaubhafter Ernsthaftigkeit, die frei von Juxhaftigkeit war. Dann ging er durch die Schranke und ließ ein paar fragende Gesichter zurück.

Liebes Corona-Tagebuch, ich hoffe, der aus der Zeit gefallene Mann wird seinen Bus, seine Bahn oder seinen Flieger pünktlich erreichen und ich wunderte mich noch lange darüber, dass man trotz Wissen um einen wichtigen höchst baldigen Termin so unbedarft fragend an Schranken stehen kann. Mach' s gut du erfrischend in aller Unschuld unbedarft gewirkt habender junger Mann (Chaot?), ich hoffe, du wirst im Laufe deines Lebens mit Ämtern, Behörden und strengen Fristen nicht allzu störend viel zu tun bekommen.“