LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Die Liebe und Geburtstage

Corona-Tagebuch: Das große Schnattern
Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um Geburtstage. Und die Liebe sowieso.

„Liebes Corona-Tagebuch, in einer Woche, so hat Martin mir erzählt, hat sie wieder Geburtstag. Es ist nicht leicht für ihn, die passenden Worte für seine Glückwünsche zu finden. Das war es vor drei Jahren nicht, vor zwei Jahren ebenso wenig und im vergangenen Jahr ging es ihm erneut so.

Wie auch, denn das Vergangene ist vergangen, seine Zukunft findet ohne sie statt. Aber seit ihr gab es keine Frau, die einen Eindruck bei ihm hinterlassen hat. Liebes Corona-Tagebuch, nun zu Martins eigentlichem Problem: Wie grüßt man jemanden, der zu groß zum Vergessen blieb, aber zu fremd zum Behalten war? Oder andersrum: Er möchte sich vor ihr aus dem Bedürfnis, höflich zu sein, verbeugen, aber ohne dabei als Schuldiger dazustehen. Oder ganz anders ausgedrückt: Er ist froh, wenn er das Theater für dieses Jahr hinter sich hat und sich erst wieder so ab Anfang März 2024 mit zeitraubend-ausgeklügelter Rhethorik befassen muss.

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