LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Das große Schnattern

Corona-Tagebuch: Das große Schnattern
Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um Geschenke, die Freude machen.

„Liebes Corona-Tagebuch, ein gutes Geschenk zu machen gleicht einer Kunst. Unnötig zu sagen, dass nur wenige Menschen eine solche beherrschen. In meinem Umfeld gibt es da aber jemanden, der diese Kunst auf höchst subtile Weise kultiviert hat, so sehr, dass er sogar die Quadratur des Kreises hinbekam.

Es geht um den Dreikönigstag und darum, dass dieser Jemand zwei anderen Jemande kennt, denen er immer wieder einen Witz zukommen ließ. Also wenn er beispielsweise zum Essen eingeladen war, dann brachte er immer eine besondere orientalische Wurst mit. Weil sie gut ist. Fand er. Die Beschenkten fanden das auch, aber ihnen hätte auch die Hälfte der Menge genügt. Als der Jemand dann mal zum Grillen eingeladen war, brachte er – weil er es gut mit den Gastgebern meinte – wieder dieselbe Wurst mit. In wieder rauer Menge. Jetzt erntete er dafür schon ein eher gequältes Lächeln zu einer eher mittelmäßigen Dankbarkeit.

Gegessen hat er bei seinen Gastgebern aber trotzdem ordentlich, in rauen Mengen gewissermaßen. Dann, eines Tages, war er wieder zum Essen eingeladen. Es sind wirklich nette Menschen, die ihn da einluden und aushielten. Was er mitbrachte? Die orientalische Wurst, vor der den Beschenkten schon gruselte. Und jetzt vor wenigen Tagen sollte es wieder soweit sein.

Der Jemand packte im Vorfeld des Dreikönigstags ein kleines Paket mit der Wurst und tat noch zwei sehr gute Biere hinein (nicht allzu große, nebenbei bemerkt). Dann fuhr er für ein paar Tage in den Urlaub. Als er wieder heimkam, war der Dreikönigstag gekommen und so brachte er nächtens sein Geschenk am Türknauf der beiden Jemande an und verduftete in der Dunkelheit.

Ein wahrhaft überschwenglicher Dank

Anderntags ereilte ihn ein Anruf der Beschenkten, die sich überschwänglich bedankten. Alles war gut geworden und dieses Mal kam es zu einem Happy-Ending. Die Wurst war nämlich während seiner Tage, die er fernab im Urlaub verbrachte, im heimatlichen Lichtenfels grün und blau geschimmelt, also fast schon beinahe womöglich ungenießbar (nach Ansicht der Beschenkten sogar absolut ungenießbar). Dafür war das Bier ganz okay und mundete. Das Kunstvolle an diesem Geschenk erklärten ihm die Beschenkten folgendermaßen: ,Wir wurden beschenkt und verschont gleichermaßen.'

Liebes Corona-Tagebuch, doch, doch, es stimmt schon: Ein gutes Geschenk zu machen gleicht einer Kunst.“

 

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