LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Das Ende einer Zimmerpalme

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um eine Zimmerpalme... Und ihr mutmaßliches Ende.

„Liebes Corona-Tagebuch, mit Zimmerpalmen ist das ja so eine Sache. Ein April ist vielleicht noch nicht der geeignete Monat, um so eine Pflanze auch mal auf dem Balkon übernachten zu lassen. Bei Steffi und Thomas war es jedenfalls so. Die Pflanze musste raus, weil sich Besuch angekündigt hatte und in die Ecke, in der die Pflanze stand, ein Sessel geschoben werden musste. So spielte der kleine Finn auf dem Balkon mit der Zimmerpalme und während man zur Nacht den kleinen Finn wieder rein holte, vergaß man auf die Palme und ließ sie draußen stehen.

Anderntags war der Besuch noch da, und die Palme ließ die Blätter hängen. Nanu, dachte man sich, so kalt war die Nacht doch gar nicht. Aber dann kam man miteinander überein, dass dass sie wohl doch so kalt gewesen ist. Sie sah wirklich schrecklich aus und es steht nicht zu erwarten, dass sie sich noch jemals erholen wird. Vor allem auch darum nicht, weil der kleine Finn mehrmals in den Palmentopf gepinkelt hatte.

Der Fünfjährige hatte es mir nicht ohne Stolz erzählt, als seine Eltern kurz weghörten. Ich weiß, dass sie keine Zeitung lesen, und wenn Finn sich nicht noch verplappert, werden sie nie die wahren Gründe erfahren und alles bleibt beim April.

Liebes Corona-Tagebuch, natürlich nahm ich mir den Bengel zur Brust und klärte ihn auf, dass man so etwas mit Topfpflanzen nicht macht. Jedenfalls nicht von Mai bis Oktober. (red)