LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Corona-Tests als Party-Brüller

Corona-Tagebuch: Das große Schnattern
Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es Corona-Tests als Party-Brüller.

„Liebes Corona-Tagebuch, Corona-Tests sind eine ernste Sache. Man sollte sie nicht auf die leichte Schulter nehmen, und zu lachen gibt es da überhaupt nix. Dachte ich. Bis neulich und beim Monopoly-Spiel ein paar Freunde vorschlugen, doch gemeinsam Corona-Tests zu machen.

Felix meinte, er habe noch Tests und Rotwein im Haus, und fragte, ob es dabei eine Reihenfolge zu berücksichtigen gebe. Tina war unbedingt für Rotwein, Reihenfolge egal. Aber Steffi wollte es hinter sich bringen und sich im Nachgang belohnen.

15 Sekunden in einem Nasenloch, 15 Sekunden im anderen

Also kramte Felix die vier Päckchen mit den Tests aus seiner Küchenschublade und erklärte uns bald darauf, dass wir uns ein Wattestäbchen bis zu einer auf dem Stäbchen befindlichen Kerbe in die Nase pfropfen sollen. Dann immer schön drehen und möglichst kreisende Bewegungen ausführen. 15 Sekunden lang in dem einen Nasenloch und 15 Sekunden in dem anderen.

Steffi warnte uns vor, dass sie sehr kitzlig sei, und darum werde sie nicht irgendwen bei sich im Nasenloch rumrühren lassen, sondern selbst Hand anlegen. Aber weil sie so kitzlig ist, konnte sie sich zwar das Stäbchen in die Nase schieben, sich aber nicht dazu überwinden, die kreisenden Bewegungen auszuführen. Sie musste furchtbar lachen und hatte bald Tränen in den Augen, während der Rest von uns ihr gut zusprach oder sie anfeuerte. Aber sie konnte sich nicht überwinden, und als uns das zu lange dauerte, hielten Felix und ich ihr spielerisch die Arme fest, damit Tina in ihr stochern konnte. Ich habe noch nie einen Menschen gesehen, der bei gespielter Entrüstung vom Lachen so viele Tränen in den Augen hatte.

Dann war Felix dran, und in seinem rechten Nasenloch machte er seine Sache gut. Im linken Nasenloch hingegen stieß er auf Juckreiz, Niesreiz und Lachanfall. Er musste so sehr lachen, dass ihm lange Zeit die Kraft dafür fehlte, mit mir zusammen wiederum Tinas Arme festzuhalten.

Was die Sache nicht leichter machte, war, dass Tina schon jetzt und ganz ohne Berührtwerden einen Lachanfall erlitt, ihren Kopf hin- und herschüttelte und es einem wirklich schwer machte, aufs Nasenloch zu zielen. Als ihr Lachanfall nach Minuten vorüber war und sie gefasst das Stochern erwartete, klappte es auch nicht, denn jetzt hatten Steffi, Felix und ich den Lachanfall. Also tat sie es letztlich selbst, was wir humorlos fanden.

Markus Häggberg greift zum Fleischermesser

Nun war ich an der Reihe, und ich bin extrem kitzelig. Ich griff in Felix' Küchenschublade, holte ein Fleischermesser hervor und versprach, jeden zu vergiften, der mir ein Stäbchen in die Nase schieben wollte. Tina, Felix und Steffi schüttelten sich vor Lachen, aber mir war es ernst. Dann legte ich das Messer beiseite, forderte von meinen drei Mitspielern Distanz ein und begab mich mit den Stäbchen in meine Nase. Ich musste lachen und hatte Tränen in den Augen und es waren die längsten 30 Sekunden meines Lebens, die ich jemals in meinen Nasenlöchern verbracht hatte. Es heißt ja immer, dass man sich selbst nicht kitzeln könne, aber das stimmt nicht, denn mit Corona-Tests und in der richtigen Gesellschaft klappt das ganz gut.

Jedenfalls saßen wir zu viert zusammen, spielten noch etwas Monopoly und warteten auf die Testergebnisse. 15 Minuten später wussten wir, dass niemand im Raum Corona hatte.

Liebes Corona-Tagebuch, diese Tests sind eine ernste Sache. Aber wenn man es richtig macht, sind sie der Brüller auf Partys und machen süchtig. Nächste Woche treffen wir uns wieder.“

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