LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Bärlauch macht glücklich

Markus Häggberg schreibt ein Corona-Tagebuch. Foto: Till Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um Bärlauch-Pesto und viel, viel mehr.

„Liebes Corona-Tagebuch, es muss nicht immer lustig sein. Es muss auch nicht immer schwermütig werden. Manchmal kann man sich auch einfach mal nur mit dem Nützlichen und Praktischen befassen. Und das kann dann schon wieder schön werden. Wie ich nämlich so neulich durch den Wald ging, da begegnete ich einer älteren Frau. Und während ich so ans Morgen dachte, war sie viel klüger und dachte nur an den Moment. Gut, sie dachte auch an den Nachmittag, aber das hatte ja nur mit den gerade gelebten Momenten zu tun. Sie trug einen Rucksack und in den hinein sammelte sie Bärlauch. So sprachen wir über Bärlauch und darüber, dass man ihn tunlichst nicht mit Maiglöckchen verwechseln sollte, denn es macht einen Unterschied, ob man sich das Leben verlängert oder verkürzt.

Wenn die Natur so schön blüht

Während sie sich bückte und dann und wann wegen eines Ziehens in Kreuz fasste, blieb in ihrem Gesicht aber doch ununterbrochen eine vergnügte gute Laune bestehen. ,Was uns die Natur blühen lässt, kostet uns nichts', sagte sie, zupfte dabei wieder etwas Bärlauch und stopfte ihn in den Rucksack. Auf meine Erkundigung hin, was sie denn mit all den Unmengen an Bärlauch zu tun gedenke, erklärte sie mir, dass sie gute Freunde und Bekannte habe, für die sie um diese Zeit herum alljährlich Bärlauchpesto zaubere.

Vor ein paar Jahren sei sie auf die Idee gekommen, dass uns allen alljährlich etwas blüht, das wir ja nur zu zupfen bräuchten. Dabei ist man an der guten Luft, man könne das Pflücken ja im Sinne einer Freizeitgestaltung auch in Gemeinsamkeit tun und nützlich sei es auch noch. Auf die Weise pflege man Freundschaften und wenn man so für sich und liebe Mitmenschen mit Olivenöl, Pinienkernen und Parmesan hantiert, kommt man auch gut über den Sonntag, verlebt also eine freundliche und sinnvolle Zeit.

Die Natur beschenkt reichlich

Abgesehen davon, so die Frau, darf man sich beschenkt fühlen und dankbar sein. Kreuzschmerzen und Alter hin oder her. ,Das sollten ruhig mehr Leute tun', sagte die Frau noch. Liebes Corona-Tagebuch, hiermit schreibe ich also genau das in dich hinein, denn es könnte ja sein, dass du mal von jemandem gelesen wirst, während es gerade Bärlauchzeit ist.“

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