LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Aussichtsreiches Türmer-Leben

Corona-Tagebuch: Das große Schnattern
Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um das bescheidene aber aussichtsreiche Leben eines Türmers. Genau das Richtige für unseren Autoren?

„Liebes Corona-Tagebuch, er ist wieder offen und man kann wieder bis nach oben, bis zur sechsten Ebene.

Ein beeindruckender Ausblick vom Turm

Da steht man dann, hat Ausblick nach allen Richtungen und bleibt zumeist ungestört. Der Turm des „Oberen Tors“ ist ein kleiner Sehnsuchtsort und er gehört zur ,Skyline' von Lichtenfels. Wer hier nach oben steigt, der könnte sich fragen, ob ein Leben als Türmer nicht schön wäre. Aus der Zeit gefallen zwar, aber schön. Was also, wenn man Türmer wäre? Ersetzte der Blick die Sportschau? Die Stadt liegt als Miniatur zu allen Seiten unter einem und hier oben, da könnte man es schon gemütlich haben. Drei Schritte nach vorne und vier Schritte zur Seite, so die Maße im ersten Zimmer. Fünf Schritte voraus und fünfeinhalb Schritte zur Seite, so die Maße des zweiten Zimmers. Und vier mal vier Schritte im letzten. Man kann von hier aus Hinterhöfe sehen, die man nie für möglich gehalten hätte.

Lesen und Bücher schreiben

Man könnte hier oben lesen und Bücher schreiben, die Betriebsamkeit unter sich ungestört verfolgen, sich eine kleine Waschgelegenheit und Kochnische einrichten und ein bescheidenes Leben mit bester Aussicht und Platz für ein paar Bücherregale leben.

Blickt man zum Roten Turm, so nimmt man dort Baulichkeiten wahr, die so sehr parallel zueinander stehen, dass sich das auf die Schärfe ihrer Konturen auszuwirken scheint, und sie darum modellhaft unwirklich wirken.

Auch der Blick zum Friedhof erstaunt, denn würde man die Sichtachse zu ihm in die Waagrechte legen, wäre man mit ihm noch nicht mal auf gleicher Höhe. Und dann das Phänomen mit Kloster Banz, immer wieder erstaunlich und fast geheimnisvoll.

Das Kloster liegt zum Greifen nahe

Fährt man unten mit dem Auto dicht am Turm vorbei, wirkt das Kloster zum Greifen nahe, doch hier oben auf der sechsten Ebene bleibt es fern und weit entfernt auf dem Berg ruhend. Das verstehe wer will und gewiss hält die Optik ein Gesetz mit allerlei Erklärlichkeit dafür parat, aber ich will es nicht kennen. Ich wäre gerne ein Türmer hier oben. Damaskus und Venedig sind schöne Städte, aber auch Lichtenfels kann genügen (von hier oben).

 

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