COBURG

Coburger Designer-Nachwuchs: Mit Coffee Points gepunktet

In solchen Meeting Points kommen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Abteilungen spontan zusammen. Foto: Illustration: Hochschule Coburg

Christina Fendt entwarf im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Hochschule Coburg ein Innenarchitektur-Konzept für die Ingolstädter Audi AG. Ihre Arbeit wurde jetzt mit dem renommierte Hochschulwettbewerb „Moderner Aus- und Leichtbau“ ausgezeichnet.

Mailand hätte Christina Fendt als Studienort auch gefallen. Wäre aber sehr teuer geworden. „Also kam nur Coburg in Frage.“ Die 25-Jährige lacht, begründet aber gleich ganz sachlich, warum es Coburg sein musste: „Das Innenarchitektur-Studium ist supertoll. Wir lernen sehr praxisnah, arbeiten oft an realen Projekten.“ Für ihre Bachelorarbeit im vergangenen Jahr hatte sie sogar ein großes Automobilunternehmen als Partner: Die Audi AG suchte Ideen, um ihre Coffee Points im Unternehmen in Ingolstadt umzugestalten. Fendt entwickelte für die Kaffee- und Pausenecken ein Konzept, das die Kommunikation fördert und so die Zusammenarbeit stärkt. Ihre Abschlussarbeit wurde vergangenes Jahr bereits vom „Bund deutscher innenarchitekten“ (Bdia) ausgezeichnet. Jetzt hat sie esmit ihrem Konzept außerdem auf die Shortlist des deutschlandweiten Hochschulwettbewerbs „Moderner Aus- und Leichtbau“ geschafft.

Unter den Einsendungen von 23 Hochschulen hat die Jury acht ausgewählt, die im Wettbewerbskatalog veröffentlicht werden. Innenarchitektur-Professor Mark Phillips von der Hochschule Coburg freut sich sehr über Fendts Erfolg: Er hatte den Kontakt zur Audi AG durcheine vorhergehende Kooperation hergestellt und die Bachelorarbeit betreut. Aktuell ist er auch Fendts Mentor im Masterstudiengang Design der Hochschule Coburg mit dem Schwerpunkt „New Work/ New Office“. „Das Thema ist gerade ganz aktuell.“

Entspannungszone hinter einer Funktionswand

Christina Fendts Entwürfe sind bereits prämiert. Foto: INgo Dumreicher

Entscheidend an Fendts Entwurf ist, dass sie die Kaffeeecken in den Büros in verschiedene Zonen gliedert. „Statt am Konferenztisch können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich in ungezwungener Umgebung austauschen und auch mal erholen“, erklärt sie ihre Idee. „Das bringt spontan Leute aus verschiedenen Abteilungen zusammen und fördert Kommunikation.“ Dabei wollte sie die Unternehmensmarke auf dezente Weise einbeziehen. „Die verschiedenen Zonen sind an Fahrzeugtypen angelehnt.“ Beim Meeting-Point gibt es nicht nur einen geschwungenen Tresen, sondern auch Bewegungselemente wie Schaukeln. Die Entspannungszone mit Couch symbolisiert das Familienauto. Touchscreens und HighTech in der Worklounge stehen für den Zukunftsvisionär.

Zentrales Element ist eine Wand, die sie für einen großen Coffee Point entworfen hat. „Sie leitet Besucher intuitiv durch den Raum und integriert unauffällig alle Funktionen: zum Beispiel Touchscreen, smarte Kaffeeautomat, Entsorgungsmöglichkeiten, Geschirrrückgaben.“ Auf andere Coffee Points lässt sich das flexible Konzept leicht übertragen. Es ist innovativ und es ist nachhaltig: „In der Nähe jedes Coffee Points befindet sich ein Betriebsrestaurant. Da ist es kein Problem, Tassen statt Einwegbecher zu verwenden.“ Ihr ist wichtig, solche gesellschaftlich relevanten Themen in ihren Entwürfen zu berücksichtigen.

Vor dem Studium Schreiner Ausbildung

Innenarchitektin ist Christina Fendts Traumberuf. „Ich wollte das schon immer werden, seit der fünften Klasse.“ Um praktische Erfahrungen zu sammeln, hat sie vor dem Studium eine Ausbildung zur Schreinergesellin gemacht. Ihren Bachelor hat die 25-Jährige vergangenes Jahr abgeschlossen. Mit Bestnote.

Inzwischen arbeitet sie in Teilzeit mit Fokus „New Work/NewOffice“ bei „Kinzo Architekten“ in München. Und sie studiert im MasterDesign an der Hochschule Coburg. Mailand ist raus.

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