COBURG

Coburg: Die drei Musketiere zeigen es Corona

Die drei Musketiere haben im Hofgarten natürlich das richtige Ambiente. Foto: Sylvain Guillot

Nachdem der geplante Eröffnungstermin bereits einmal den Maßnahmen zur Eindämmung hoher Coronazahlen weichen musste, fiel am Wochenende der Startschuss für die Freilichttheatersaison 2021 im Hofgarten. Den Auftakt machte der vielfach verfilmte Klassiker „Die drei Musketiere“., der diesen Sommer noch mehrmals zu sehen sein wird.

Nach dem Erfolgsroman von Alexandre Dumas haben Dramaturg Fabian Appelshäuser und Schauspieldirektor Matthias Straub eine aktuelle Bühnenfassung geschaffen, die nichts an Ingredienzen einer perfekten Sommerkomödie entbehrt. Heimtückische Intrigen, spannende Verwicklungen, spektakuläre Fechtkämpfe, aufwendige historische Kostüme, dramaturgische Rasanz und Pointenreichtum machen das Stück zu einem spannenden Mantel-und- Degen-Abenteuer, das sich hervorragend in die stimmungsvolle Kulisse des Hofgartens einpasst.

Atmosphärisch wird es auch am Freitag, 18. Juni, um 18 Uhr in der bereits ausverkauften Ballettpremiere „Vier Jahreszeiten“ zu den Klängen von Antonio Vivaldis bekannten Violinkonzerten in unterschiedlichen Bearbeitungen.

Assoziativ zeichnet die Komposition Naturphänomene im Wandel der Zeit nach: Vogelgesänge und schlafende Hirtenknaben, brütende Hitze und ein heftiges Sommergewitter, tanzende Bauern und eine Jagdgesellschaft, ein eisiger Schneesturm und fallende Schneeflocken. Vier Mitglieder des Ballettensembles, Chih-Lin Chan, Jaume Costa, Mireia Martinez Pineda und Takashi Yamamoto, entwickelten inspiriert von Vivaldis Klangbildern zu jeweils einer Jahreszeit eine eigene Choreographie. Umrahmt wird der Abend von der Kreation „intro2weather“ von Ballettdirektor Mark McClain zu Edward Elgars „Introduction and Allegro for strings op. 47“.

„Auf den Flügeln des Gesanges“

Unter dem Titel „Auf den Flügeln des Gesanges“ laden Sänger und Sängerinnen des Musiktheaters und des Opernchores ab Montag, 5. Juli, 19.30 Uhr dreimal zu einem Abend mit den schönsten Melodien aus Oper und Operette ein. Von Johann Strauss‘ „Eine Nacht in Venedig“ und unvergesslichen Melodien aus „Wiener Blut“ über berühmte Chorstellen wie den Jägerchor aus Webers „Freischütz“ oder den Gefangenenchor aus Verdis „Nabucco“ bis hin zu vor Energie sprühende Nummern und gefühlvollen Momenten wie „Lippen schweigen“, das Vilja-Lied aus Lehárs „Die lustige Witwe“ und „O süßer Mond“ aus Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“.

Ohrwürmer, die nicht fehlen dürfen

Auch Ohrwürmer aus Bizets „Carmen“ und Benatzkys „Im weißen Rössl“ dürfen zweifellos nicht fehlen. Freunde klassischer Musik können sich auf gleich zwei weitere Konzerthighlights freuen. Am Montag, 19. Juli, um 19.30 Uhr erwarten das Publikum im Blechbläserkonzert Werke von Henry VIII., Johann Sebastian Bach, Giovanni Gabrieli, Melchior Franck, Georg Friedrich Händel, Richard Strauss, Edvard Grieg und Astor Piazzolla. Mit dem Serenadenkonzert gibt ab Samstag, 24. Juli, um 19.30 Uhr Generalmusikdirektor Daniel Carter sein Bühnendebüt am Landestheater. Bei dieser „Serenade“ – der im 18. Jahrhundert beliebten „Abendmusik im Freien“ – präsentiert das Orchester heitere, eingängige Miniaturen. Dem Stück „Pastorale d?été“ von Arthur Honegger ist eine Zeile Rimbauds vorangestellt, die die vom Impressionismus beeinflusste Tondichtung beschreibt: „J?ai embrassé l?aube d?été“ – „Ich habe die Sommermorgenröte umarmt.“

Es erklingen ferner Antonín Dvoøaks Streicher Serenade in E-Dur, Hugo Wolfs „Italienische Serenade“ und Franz Schuberts 5. Sinfonie.

Junge Theaterbesucher können sich auf das beliebte musikalische Märchen „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew freuen. Erzähler Niklaus Scheibli und das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Johannes Braun begeben sich ab Sonntag, 6. Juni, 11 Uhr, auf ein musikalisches Abenteuer. Prokofjews bekanntestes Werk, das spielerisch die Instrumente des Sinfonieorchesters vorstellt, zieht bereits die Jüngsten in seinen Bann und weckt Kindheitserinnerungen bei allen Junggebliebenen.

Eine ganz andere Klangfarbe bringen die fünf Konzerte des IT?Z-JAZZ-Festivals ins Hofgartenprogramm. Headliner ist der preisgekrönte Startrompeter Nils Wülker, der die Vestestadt gleich mit zwei Konzertprogrammen beehrt. In den letzten 15 Jahren zu einem der erfolgreichsten Jazztrompeter und -komponisten Europas avanciert, sahnte das „deutsche www.landestheater-coburg.de Jazzwunder“ so ziemlich alle Jazz-Preise ab, die es zu gewinnen gab, unter anderem den Echo Jazz als „Instrumentalist des Jahres“ 2013 und ganze viermal den German Jazz Award in Gold. Er arbeitete mit Größen wie Gregory Porter, Klaus Doldinger oder dem Esbjörn Svensson-Trio und verantwortete 2016 die musikalische Gestaltung des Grimme-Preises. Am Freitag, 25. Juni, um 19.30 Uhr präsentiert er mit seiner Band sein aktuelles Album „Go“.

In einer besonderen Kooperation ist Nils Wülker am Samstag, 26. Juni, um 19.30 Uhr noch einmal zu erleben. Gemeinsam mit dem Pianisten Jan Miserre und dem Philharmonischen Orchester des Landestheaters Coburg präsentiert er orchestralen Jazz. Der schwedische Komponist Hans Ek hat Stücke aus allen Schaffensphasen des charismatischen Trompeters. Auch solche, die ursprünglich für elektronische Instrumente komponiert wurden, neu für Trompete und Orchester arrangiert.

Nach der gefeierten Fernsehpremiere mit der NDR-Radiophilharmonie und einer Aufzeichnung des schwedischen Rundfunks im vergangenen Jahr, kommt nun das Coburger Publikum in den Genuss dieses einmaligen Konzerterlebnisses.

Beschwingt im Sommer

Bestes Theatervergnügen gibt es im Hofgarten. Foto: Landestheater

Beschwingt geht es am 26. Juni bereits ab 11 Uhr zu, wenn das Blue Moon Swingtett um Bandleader Marco Plitzner die Jazzstandards der 1930er und 1940er Jahre aufleben lässt und beweist, dass die Hits der Swing-Ära bis heute nichts von ihrem Reiz verloren haben. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei.

Am Sonntag, 27. Juni, treffen ab 11 Uhr feurige Latin-Rhythmen auf Jazzharmonik. Mit dieser ungewöhnlichen Kombination überrascht das Quintett Viento Terral. Den Bandnamen aus der Seefahrtsprache entlehnt, steht die Kombo für die erdigen Farben der Percussioninstrumente, die sprühende Gischt der Rhythm-Section und – für die Seele der Posaune – echte Windkraft! Der amerikanische Bandleader Andy Hunter ist Mitglied der WDR Big Band. Er tourt international und trifft dabei auf Künstler wie Richard Bona, die Mingus Big Band, Snarky Puppy und eine lange Liste weltweit bekannter Salsa-Sänger. Zu erleben sind die renommierten Musiker im Hofgarten bei freiem Eintritt.

Die Vielfalt des Tangos erleben

Zum 100. Geburtstag Astor Piazollas entführen abschließend Musikerinnen und Musiker des Landestheaters Coburg unter der Leitung von Dietmar Engels sowie die Ensemblemitglieder Ioana Tautu und Marcello Mejia-Mejia das Publikum auf eine aufregende Reise durch die musikalische Vielfalt des Tangos: Von seinen Wurzeln in der südamerikanischen Folklore und in traditionellen Songs, die das Leben in den Barrios von Buenos Aires greifbar werden lassen, bis hin zu zeitgenössischen Werken. „MelodÍas del Arrabal“ heißt der Tangoabend, mit dem am Sonntag, den 27. Juni, um 19:30 Uhr das letzte Konzert der diesjährigen „IT'Z JAZZ“-Reihe eingeleitet wird.

Begleitet werden die Festspiele von einem umfangreichen Hygienekonzept. Es enthält Einlassvoraussetzungen wie den Nachweis eines negativen Antigen-Schnelltests oder PCR-Tests, eines Impf- oder Genesungsnachweises. Eine reduzierte Auslastung der Besucherkapazitäten und eine gezielte Platzierung der Zuschauer auf der Tribüne sowie ein geordneter Einlass dienen der Gewährleistung des Mindestabstands. Das Tragen einer medizinischen Maske außerhalb des eigenen Sitzplatzes ist Pflicht, für die Dauer der Aufführung darf die Maske jedoch abgenommen werden. Die detaillierten Informationen zum Hygienekonzept der Sommerfestspiele können der Homepage des Landestheaters Coburg sowie den Hygieneinformationsflyernvor Ort entnommen werden.

Tickets und Informationen online  oder über die Theaterkasse unter 49 (0)9561 89 89 89.

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