LICHTENFELS

Bücherreise mit Eis, Schnee und Abenteuer

Iris Birger und Stefanie Fischer sind Kinderbuch–Bloggerinnen. Vom Netz in die Tageszeitung geht es mit ihren Buchtipps mindestens ein Mal im Monat auf OTverbindet. Die aktuellen Empfehlungen bringen einen wahren Wintereinbruch. Foto: Iris Birger

Iris Birger und Stefanie Fischer sind Kinderbuch-Bloggerinnen. Für OTverbindet stellen sie drei Kinderbücher vor, die sich in dieser kalten Jahreszeit sehr gut vorlesen und selbst lesen lassen, um kleinen und großen Leseratten die Faszination rund um Eis und Schnee nach Hause zu bringen.

Die Buch-Vorhersage: Eis und Schnee

„In der kalten Jahreszeit genießen wir es, uns ins Warme zurückzuziehen und es uns zu Hause gemütlich zu machen. Und gleichzeitig gibt es auch und gerade im Winter draußen einiges zu entdecken. Tiere beobachten, durch den verschneiten Wald Spazierengehen oder Schlittschuhlaufen auf dem Eis machen unglaublich Spaß.

Aber nicht überall ist das möglich, schon gar nicht, wenn sich der Winter von seiner verregneten Seite zeigt. Dabei haben Schnee und Eis oft eine faszinierende Wirkung auf uns – eine unberührte glitzernde Schneedecke, bizarre Eisformationen oder winzig kleine Eis- und Schneekristalle lassen uns staunen. Ebenso interessant ist das Leben von Tieren und Menschen in kalten Regionen rund um den Polarkreis.

Wir bringen Ihnen deshalb in diesem Monat Eis und Schnee nach Hause, egal ob es draußen gerade regnet, schneit oder die Sonne bei eisigen Temperaturen scheint. Zum Eintauchen in Eis- und Schneewelten, zum Staunen über eisige Wunder und um sich zu Hause einzumummeln und gleichzeitig in spannenden Wintergeschichten zu versinken.

Tipp 1: „Was war hier bloß los?“

Den Beginn macht ein ganz besonderes Bilderbuch aus dem Hause Moritz, illustriert von der niederländischen Künstlerin Gerda Muller. „Was war hier bloß los?“ bietet uns ein spannendes Winterrätsel mit klaren und ruhigen Zeichnungen, die auf jeder Doppelseite einen geheimnisvollen Spaziergang mit Spuren im Schnee abbilden. Wenn Sie dieses Buch in den Händen halten, wundern Sie sich vielleicht, warum wir Ihnen ein Werk ganz ohne Text empfohlen haben? Warum wurde hier an den Buchstaben gespart? Ganz einfach: die sogenannten „Silent Books“ (Bilderbücher ohne Text) ermöglichen uns ein „Vorlesen“ der ganz besonderen Art. Klein und Groß sprechen im Dialog über das, was die Illustrationen bieten.

Und dabei ist es völlig unerheblich, ob man einen großen Wortschatz besitzt oder in welcher Sprache man sich austauscht. Die Frage bleibt, was hier bloß los war? Das möchten wir natürlich nicht verraten. So viel geben wir Ihnen mit: Die Geschichte spielt im Winter. Alles ist bedeckt mit Schnee. Diese wundervolle weiße Decke hält ein Rätsel für uns bereit.

Überall sind Spuren, von Menschen oder Tieren. Wir begleiten ein Kind – genauer gesagt seine Spuren – dabei, das Rätsel der Abdrücke auf einem geheimnisvollen Spaziergang im Haus und draußen in der Natur zu lösen.

„Silent Books“ sind ein ganz besonderes kommunikatives Medium, das wir in unserem Bücherregal nicht missen möchten, ebenso wenig wie Wimmelbücher, die ebenfalls völlig ohne Text unsere Phantasie beflügeln können.

Tipp 2: „Eis. Arktis, Taiga, Tundra: Überleben in extremen Welten“

Eine eisige Überraschung bekommt man mit dem Sachbuch „Eis. Arktis, Taiga, Tundra: Überleben in extremen Welten“ aus dem DK Verlag (2020).

Dieses Kinderbuch ist voller Wissen, farbiger Illustrationen und spektakulärer Naturfotografien. Es hält interessante Informationen über die polaren Welten bereit. Dabei wird nicht nur ein Blick zurück in frühere erdgeschichtliche Zeiten, wie die der Mammuts und Wollnashörner geworfen. Auch das Leben und die Landschaften in Tundra und Taiga, zwischen Eismeer und schneebedeckten Gebirgen, vom Nord- und Südpol werden thematisiert. Die ausführlichen Kapitel über die Tierwelt sowie das Leben von Menschen unter den extremen Bedingungen der frostigen Regionen der Erde und der Polarforschung geben Einblick in die faszinierenden Lebensräume aus Eis und Schnee.

Mit einem Glossar sowie Register wird dieses spannende Buch, das kleine und große Leserinnen und Leser mit umfangreichem und lesenswertem Wissen versorgt, abgerundet.

Das Sachbuch „Eis – Arktis, Taiga, Tundra: Überleben in extremen Welten.“ Foto: DK Verlag

Ein informatives und bildgewaltiges Buch über die einzigartigen und inzwischen so bedrohten Regionen an den Polkappen der Erde. Wer kennt verschiedene Arten von Eis oder kann Pflanzen nennen, die in den Polarregionen überleben können? Wer weiß die verschiedenen Namen von Eisbergtypen oder wie kalt es in der Antarktis werden kann? Die Fragen darauf und viel mehr findet man in diesem wunderbaren Sachbuch für Kinder ab acht Jahren.

Tipp 3: „Für immer Sommerby“

Sich einfach mal weg träumen, an einen idyllischen Ort. Mit den mittlerweile drei Bänden der erfolgreichen Kinder- und Jugendbuchautorin Kirsten Boie gelingt dieses Vorhaben ganz gut. Wir nehme Sie mit nach Sommerby – einem fiktiven Ort, der an die wasserreiche, ruhige Gegend rund um die Schlei erinnert. Ein heimeliger Sehnsuchtsort, an dem die Geschwister Martha, Mikkel und Mats in Kirsten Boies Kinderbuchreihe ab zehn Jahren wunderbare und ereignisreiche Ferien bei ihrer Großmutter Inge verbringen. In dem dritten Band der Sommerby-Reihe „Für immer Sommerby“ lädt Oma Inge die drei Kinder und ihre Eltern ein, Weihnachten gemeinsam in ihrem abgeschiedenen Häuschen auf der Landzunge zu feiern. Doch von einem gemütlichen und ruhigen Weihnachtsfest sind alle in Sommerby weit entfernt: Nicht nur sind die Hühner von Oma Inge wegen eines Marders in Gefahr, auch ein drohender Inselverkauf sorgt für große Aufregung. Und dann wird es aufgrund eines heftigen Schneesturms, der ein großes Chaos anrichtet, nochmal richtig abenteuerlich.

Ein wunderbares Winterbuch, das aus Kindersicht erzählt viele Einblicke in deren Gefühls- und Gedankenwelt zulässt. Diesen Geschichten gelingt es immer wieder aufs Neue, die ganz besondere Atmosphäre von Oma Inges kleiner Kate und der Region rund um den Ostseefjord einzufangen. Wir können diese schöne Geschichte, ebenso wie die anderen Sommerby-Bände, allen jungen Leserinnen und Lesern ab zehn Jahren empfehlen. Und wir hoffen, dass diese das Buch an ihre Eltern und Großeltern weitergeben. Denn auch uns Erwachsenen kann etwas Sommerby-Zauber ganz besonders gut tun.

Falls wir Sie auf diese Bücher und ganz besonders auf die wunderbare Autorin Kirsten Boie neugierig gemacht haben, dann hören Sie doch in unsere neueste Podcast-Folge. Die Hamburger Schriftstellerin verriet uns in diesem Interview mehr über ihren brandneuen Jugendroman „Heul doch nicht, du lebst ja noch“, der die Geschichte dreier Jugendlicher im zerbombten Hamburg unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt (erschienen bei Oetinger). Außerdem erstmals mit dabei unsere Kinderredaktion: Lesefuchs Eva - selbst ganz großer Boie-Fan - stellte ihre persönlichen Fragen an Kirsten Boie und erhielt viele spannende Antworten rund um Sommerby. Weiterhin gab uns die Hamburgerin einen Einblick in ihr soziales Engagement im Bereich Leseförderung. Hören Sie rein, es lohnt sich! Hier gelangen Sie zu unserem Podcast kinderbuchstabensuppe.de.

Im Netz: Website: www.kinderbuchstabensuppe.de

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Email: post@kinderbuchstabensuppe.de

Die Bücher

„Was war hier bloß los?“ von Gerda Muller. Erschienen 1980 im Moritz Verlag, 40 Seiten, ab drei Jahren.

„Eis - Arktis, Taiga, Tundra: Überleben in extremen Welten.“ Erschienen

2020 im DK Verlag. 160 Seiten, ab acht Jahren.

„Für immer Sommerby“ von Kirsten Boie. Erschienen 2021 im Oetinger

Verlag, 320 Seiten, ab zehn Jahren.

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