LICHTENFELS

Brotsuppe zu Zeiten von Corona

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Dieses Mal geht es um Hektik. Und warum jetzt, mitten in der Corona–Krise, die Zeit reif für Brotsuppe ist.

„Vor ein paar Tagen wurde in Lichtenfels ja die Unterführung gesperrt, zu der man aus der Stadt hinaus in Richtung Coburg fährt. Die Sonne schien, ein Absperrband flatterte im Wind … halt nein, es war eine hölzerne Vorrichtung, aber die stürzte mehrmals um.

Einmal von selbst und einmal, weil jemand das höchst seltene Talent besaß, sehenden Auges und gemächlichen Schritts dagegen zu stolpern. Ein Schauspiel, durchaus.

Sonnenschein und Lebensqualität

Um die Ecke bog jetzt Christa mit ihrem Hund. Und mit Christa kann man herrlich über alles reden. Sie ist eine gebildete Frau, eine reflektierende Frau und eine humorvolle noch dazu. Wir sprachen über Corona und darüber, dass die Sonne trotzdem scheint und schöne Tage mit Lebensqualität grundsätzlich möglich sind.

Wenn man thematisch erst einmal so weit gekommen ist, ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zu einem dieser Tage wirklich bedeutsamen Thema: Brotsuppe. Das kam daher, dass Christa und ich der Meinung waren, so ein Leben mit verminderter Hektik bringt auch verminderte Ansprüche hervor. Man fände wieder zu sich selbst, zu den einfachen Dingen des Lebens und somit irgendwie auch zur Brotsuppe.

Erinnerung an Schmackhaftes aus Kindertagen

Wir kannten dieses Gericht beide noch aus unserer Kindheit, und das ist kein Wunder: Es war ja nach'm Krieg – wir hatten ja nix. Dann priesen wir uns gegenseitig den Geschmack der Brotsuppe an und gingen der Rezeptur auf den Grund. Dabei gerieten wir erst ins Schwärmen, dann in den Appetit und bald in einen Heißhunger. Wir kamen darin überein, dass man in diesen Corona-Zeiten das einfache Leben wieder zu schätzen lernen und dem Schnickschnack und der Schickimicki-Cuisine winke-winke machen sollte.

Ernährung hat auch was mit Verantwortung zu tun. Jawohl, vor allem aber auch mit gottgefälliger Resteverwertung, und somit wird besonders in der Brotsuppe Ethik schmackhaft. Mit dieser Erkenntnis verabschiedeten wir uns und gingen auseinander. Ich hatte dermaßen Hunger bekommen, dass ich mir, kaum dass ich daheim angekommen war, sofort eine Pizza bestellte.“

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