LICHTENFELS/KLOSTER BANZ

Bilanz von Landrat Meißner: Corona überschattet alles

Seit zwei Jahren ist die gesamte Verwaltung des Landratsamtes dabei, die Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Dafür sind alle Mitarbeiter teilweise rund um die Uhr erreichbar – mit diesen Worten hob Landrat Christian Meißner bei der Jahresschluss-Sitzung des Kreistags am Montag in Kloster Banz (siehe OT vom 1. Dezember, Seite 4) das große Engagement seiner Mitarbeiter hervor.

Meißner erinnerte an das Testzentrum in Burgkunstadt und die Abstrichstelle im alten Klinikum in Lichtenfels sowie besonders an das Impfzentrum in der Gabelsbergerstraße in Lichtenfels, die allesamt vom Landratsamt mit eigenem Personal betrieben werden. Dabei hob er besonders die überdurchschnittliche Impfquote des Landkreises hervor und betonte, dass das Impfzentrum nie in den Standby-Modus versetzt worden sei.

Trotz Anstrengungen im Kampf gegen die Pandemie sei im Landkreis in den vergangenen beiden Jahren viel geschehen. Meißner nannte unter anderem die Neuausrichtung des Öffentlichen Personennahverkehrs mit neuen Linien, den Bau der Ortsumgehung von Modschiedel, den Keltenspielplatz auf dem Kordigast oder die Ausgrabungen am Staffelberg beim Zangentor. Trotz Pandemie-bedingter Einschränkungen lobte er die Obermain Therme als „eine Erfolgsgeschichte“.

Meißner thematisierte auch die Nachnutzung des alten Klinikums und verweis dabei auf die Beschlüsse des Kreistags: „Als wir uns 2009 entschieden haben, ein neues Krankenhaus zu bauen, war klar, dass wir das alte abreißen. Dann kam aus der Mitte des Kreistags die Frage, ob ein Abriss notwendig sei, und ob sich der Landkreis nicht um eine Nachnutzung kümmern könnte.“

Nicht das erstbeste Angebot annehmen

Nachdem der Kreistag 2019 ausgiebig beraten habe, sei es in die Markterkundung gegangen, und tatsächlich habe es sieben oder acht Interessenten gegeben. „Wir hatten aber den Anspruch, nicht das erstbeste Angebot anzunehmen, sondern haben Kriterien für eine Nutzung vorgegeben.“ Meißner erklärte, dass letztlich niemand diese erfüllt habe. Der Landkreis werde weiter mit jedem reden, und dann müsse man sehen, ob der Kreistag die Kriterien für die Nachnutzung aufrecht erhält.

„Und wenn mir die MdB Emmi Zeulner den Tipp gibt, bei der Stadt nachzufragen, ob wir das Klinikum ins städtische Sanierungsgebiet aufnehmen können, damit wir im Fall, dass sich kein Interessent findet, Fördergelder für den Abriss bekommen, dann wäre ich doch bescheuert, es nicht zu versuchen“, fuhr der Landrat fort und kritisierte die Berichterstattung dieser Redaktion zu dem Thema. „Wegen Schulden wird unser Landkreis jedenfalls nicht aufgelöst“, so Meißner und betonte, dass der Landkreis, einer der kleinsten in Bayern, stolz auf das Erreichte sein könne.

In den Schlussworten der Fraktionsvorsitzenden gab es viel Lob von Holger Then (JB) und die Hoffnung, sich weiter um eine Bahnhaltestelle in Lichtenfels-Seubelsdorf einzusetzen. Dr. Arnt-Uwe Schille (SPD) freute sich, dass der Landkreis seine Leistungsfähigkeit nach der Bewältigung der Flüchtlingskrise 2015 erneut in der Pandemie unter Beweis stelle. Jetzt verlange die Herausforderung des Klimawandels neue Ideen.

Heinz Petterich (FW) kritisierte, dass es allen Lobesworten zum Trotz keine Verbesserung für die Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals gegeben habe: „Wir haben ihm nicht zugehört und müssen jetzt die Bankrotterklärung hören, dass zwar Krankenhausbetten da sind, aber kein Personal.“ Dr. Susann Freiburg (Grüne) schließlich appellierte mit einem Gedicht von Eugen Roth an die Zusammenarbeit im Gremium.

Pfui-Rufe gab es dagegen für die Worte von Theo Taubmann (AfD), der wie schon in der Diskussion mit der Regiomed-Geschäftsführung die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie als „Angstmacherei“ bezeichnete (siehe OT vom 1. Dezember, Seite 4). Er empfand es als unverständlich, dass Impfkritiker nicht gehört würden: „Wenn Ungeimpfte nicht mehr in Geschäfte dürfen, dann erinnert das an jüngste Vergangenheit.“

Hagel folgt auf Kohmann

Der frühere Bad Staffelsteiner Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) hat aus gesundheitlichen Gründen auch sein Kreistagsmandat niedergelegt. Ihm folgt sein Parteifreund Jürgen Hagel aus Altenbanz (Stadt Bad Staffelstein), der in der Sitzung des Kreistags am Montag in Kloster Banz von Landrat Christian Meißner vereidigt worden ist.

Das Ausscheiden von Jürgen Kohmann hat die folgenden Neubesetzungen von Ausschüssen des Kreistags zur Folge:

• Kreisausschuss/Bauausschuss Klinikum: Hans-Josef Stich; Stellvertreter: Walter Mackert; Sabine Rießner (alle CSU).

• Personalausschuss: Jürgen Hagel (Stellvertreter).

• Ausschuss für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Infrastruktur: Jürgen Hagel (Stellvertreter).

• Umweltausschuss: Jürgen Hagel (Stellvertreter.

• Beirat der Volkshochschule im Landkreis: Jürgen Hagel.

• Verbandsversammlung des Zweckverbands der Sparkasse Coburg-Lichtenfels: Jürgen Hagel für Hans-Josef Stich.