LICHTENFELS/BAMBERG

Bierland Franken: An der Quelle des flüssigen Goldes

Manche mögen es rauchig – besonders beim Bier. Foto: TV Franken

Hervorragende, handwerklich gebraute Biere, eine jahrhundertelange Biertradition und herzliche Gastfreundschaft: Gemeinsam machen sie Frankens Braukultur einzigartig. „Als Reiseführer durch diese köstliche Vielfalt dienen die neue, komplett überarbeitete Broschüre „Franken – Heimat der Biere.“ sowie die Website www.franken-bierland.de,“ heißt es in einer Pressemitteilung von FrankenTourismus.

Ein frisch gezapftes Bier, das golden im Seidla schimmert, während man die Abendsonne auf einem Bierkeller genießt – vielleicht als Abschluss einer Wandertour von Brauerei zu Brauerei, einer süffigen Stadtführung oder nach einem erlebnisreichen Tag in Frankens „Biermetropolen“: Frankens Bierkultur ist eine Einladung, Traditionen zu entdecken, sich von innovativen Brauerinnen und Brauern überraschen zu lassen und die große Vielfalt zu genießen, die Franken Bierliebhabern bietet.

Den Weg zu den schönsten Biererlebnissen weist die neue Broschüre „Franken – Heimat der Biere.“, die kostenlos über FrankenTourismus erhältlich ist und zudem als Blätterkatalog auf der Website www.franken-bierland.de als Download bereitsteht.

Die 128 Seiten starke Broschüre bietet zahlreiche Reiseanlässe, Tipps und Storys rund um das flüssige Gold – aufgeteilt in die Kapitel Biertradition, Brauzukunft, Bierlandschaften, Biergenuss und Bierwissen. Auch diejenigen Städte und Gemeinden in Franken, die zu den Gewinnern des Wettbewerbs „100 Genussorte Bayern“ gehören und einen direkten Bezug zur Bierkultur haben, werden in der Broschüre vorgestellt. Zeitgleich wurde die Website www.franken-bierland.de überarbeitet und präsentiert sich nun in frischem Design und mit aktuellen Inhalten, die laufend ergänzt werden.

Ein überzeugendes Gebot der Vielfalt

Nirgendwo in Europa ist die Zahl der Braustätten auch nur annähernd vergleichbar groß wie in Franken. Bei rund 300 Brauereien im Urlaubsland – viele davon seit Generationen im Familienbesitz – liegt auch die Vielfalt der Biersorten in der Natur der Sache: Jeder Sud trägt die Handschrift seines Braumeisters und vermehrt auch seiner Braumeisterin. Besonders hochgehalten wird von den vielen mittelständischen und kleinen Brauereien in Franken die handwerkliche Tradition.

Manche Betriebe brauen sogar ausschließlich für den Ausschank in der eigenen Gaststätte und bleiben damit bei einem Jahresausstoß von unter 1000 Hektolitern. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass diese Vielfalt allein aus den Zutaten entsteht, die das „Bayerische Reinheitsgebot“ von 1516 vorschreibt. Hopfen, Wasser, Malz und Hefe – mehr braucht es nicht, damit Franken zu einer nie versiegenden Quelle des flüssigen Goldes wird.

Legenden der Biergeschichte

Helles oder Dunkles, Lager oder Märzen, Schwarzbier oder Weizen: Bei dieser Fülle der Biersorten haben Genießer die Qual der Wahl. Für einige Biersorten aber schlägt das Herz der Franken ganz besonders. Wer zum Beispiel in der UNESCO-Welterbe Stadt Bamberg zu Gast ist, sollte auf jeden Fall ein Rauchbier probieren: ein Vollbier mit einer Farbe von dunklem Bernstein, gekrönt von feinporigem Schaum. Schon beim ersten Schluck schmeckt man die süße Fruchtigkeit des Malzes, die angenehme Bitternote des Hopfens – und geräucherten Schinken? Ganz genau, gerade dieser Geschmack macht das Rauchbier unverwechselbar.

Gebraut und ausgeschenkt wird es fast ausschließlich in Bamberg, und zwar in den Brauereien „Schlenkerla“ und „Spezial“ sowie in einigen Brauereien im Umland. Das Geheimnis des Rauchgeschmacks liegt im Malz, wobei sowohl im „Schlenkerla“ als auch im „Spezial“ noch selbst gemälzt wird. Dort wird das Malz über einem Rauchofen gedarrt, der mit Buchenholzscheiten befeuert wird. Der würzig-duftende Rauch schenkt dem Malz sowie später dem Bier sein Aroma (www.bamberg.info/bier).

Im Sommer gehts auf´n Keller

Eine weitere fränkische Bierlegende – das Kellerbier – entstand, als die Brauer noch nicht auf die Möglichkeiten einer elektrischen Kühlung zurückgreifen konnten. Damit das Bier bei den dafür notwendigen niedrigen Temperaturen im Sommer reifen und lagern konnte, wich man in die Wälder rund um die Braustätten aus und trieb in Handarbeit Stollen in den Fels, in denen es konstant kühl war.

Um sich den oft mühseligen Transport der Fässer zurück in die Brauerei zu sparen, wurde das unfiltrierte Bier dann auch gleich an Ort und Stelle ausgeschenkt – und die heiß geliebte Tradition des „auf´n Keller gehen“ war geboren. Bis heute gilt: Ein fränkischer Sommer ohne Kellerbier und dazu eine deftige Brotzeit – das ist eigentlich nicht vorstellbar.

Gemeinsame Sache fürs Bier

Eine große Tradition haben in Franken auch die Kommunbrauhäuser. Sie gehen zurück auf die Zeit, als das Bier noch zu Hause gebraut wurde. Allerdings war das häusliche Brauen mit viel Arbeit verbunden. Deshalb wurden im 15. Jahrhundert Brauhäuser errichtet, in denen für die Bürger ein Kommunbrauer am Sudkessel stand. Damit musste die teure Ausrüstung nur einmal beschafft werden und auch das Bier war von höherer Qualität. Ein solches Kommunbrauhaus im Originalzustand steht heute zum Beispiel noch in den Freilandmuseen in Bad Windsheim und Fladungen. Leider wurden mit Beginn des 19. Jahrhunderts viele Kommunbrauhäuser von den Gemeinden verkauft. Doch nicht überall war dies der Fall. So ist heute etwa die Spalter Stadtbrauerei die letzte kommunale Brauerei in Deutschland: mit dem Bürgermeister als Geschäftsführer und allen Spalter Bürgern als Brauereibesitzern. Die Herstellung der über 20 Premiumbiersorten liegt aber natürlich in den fähigen Händen der Braumeister (www.spalter-bier.de).

Begehbarer Sudkessel im Museum

Wer sich ein genaues Bild davon machen möchte, wie aus Hopfen Bier entsteht, kann in Spalt an einer Brauereiführung teilnehmen oder im „HopfenBierGut“ im historischen Kornhaus vorbeischauen. Das eindrucksvolle Fachwerkgebäude beherbergt ein interaktives Museum samt begehbarem Sudkessel, Hopfen-Kino und „ProBierBar“ (www.hopfenbiergut.de). So wie das „HopfenBierGut“ widmen sich noch viele weitere Museen in Franken dem Bier.

Im Kulmbacher Mönchshof etwa hat das Bayerische Brauereimuseum sein Zuhause und damit eine der bedeutendsten deutschen Ausstellungen zur Biergeschichte. Biergeschichte und neue Trends verbinden sich bestens in Bayreuth: Hier erhält man in der „Maisel´s Bier-Erlebniswelt“ einen Einblick in die handwerkliche Braukunst. Möglich machen dies die beeindruckende Sammlung des Museums und die Brauwerkstatt, in der man den Brauvorgang hautnah miterlebt. Noch mehr Biermuseen werden online unter www.franken-bierland.de vorgestellt.

Süffige Stars auf dem „Walk of Beer“

Einen unterhaltsamen Weg in die fränkische (Bier-)Geschichte schlagen die Themenstadtführungen ein: In Bamberg, Bayreuth, Erlangen, Forchheim, Fürth, Nürnberg oder Kulmbach geht es für die Teilnehmer mal mit Leidenschaft zum Gerstensaft, mal tief hinein ins unterirdische Felsenlabyrinth oder auf den „Walk of Beer“. Selbst in Städten, die eigentlich mitten zwischen den fränkischen Weinbergen liegen, hat das Bier seinen festen Platz. In Schweinfurt startet deshalb die Tour mit dem „Biermichl“. Von ihm erfahren die Teilnehmer Geschichten über das Bier und die Wirtshauskultur und natürlich kommt der Biergenuss während der Führung nicht zu kurz (www.schweinfurt360.de).

Festtage für Bierliebhaber

Die fränkische Bierkultur sorgt außerdem für zahlreiche Höhepunkte im Festkalender. Denn wenn Franken zu seinen Kirchweihen und Bierfesten einlädt, ist beste Feierlaune garantiert – zum Beispiel bei der Erlanger Bergkirchweih, beim Annafest in Forchheim, bei der Michaelis-Kirchweih in Fürth, beim Schlappentag in Hof oder bei der Kulmbacher Bierwoche. Bis zum nächsten großen Festtermin müssen sich Bierliebhaber nicht mehr lange gedulden: Vom 15. bis 19. Juni wird das „Fränkische Bierfest Nürnberg“ gefeiert. (red)

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