KLOSTERLANGHEIM

Besserer Mobilfunk in Oberlangheim

Besserer Mobilfunk in Oberlangheim
Seit August steht am Stadort „Sterzengraben“ bei Klosterlangheim ein neuer Mobilfunkmast. Foto: Gerd Klemenz

Das Mobiltelefon bestimmt längst unser tägliches Leben. Ob Text- oder Sprachnachricht, Austausch über soziale Netzwerke, Nachrichtenüberblick, Radio-Stream, E-Mail-Verkehr oder Informationssuche via Internet – das Handy ist längst mehr als bloßes Mittel zum Telefonieren. Für die Mehrheit der Menschen ist es ein unverzichtbarer Wegbegleiter im Alltag. Und im Ernstfall wird durch das schnelle Absetzen eines Notrufes via Mobiltelefon wertvolle Zeit gespart.

Schlecht nur, wenn es mit der Verbindung nur schlecht oder gar nicht klappt. Damit ist es nun auch in Oberlangheim vorbei. Denn seit Mitte Dezember zeigt das Handy in der Ortsmitte drei Signalbalken im Display. Ein neuer Mobilfunkmast der Telekom bei Klosterlangheim macht es möglich, dass die Bürger im Ernstfall nun Notrufe im D1-Netz absetzen können. Ein schöner Erfolg für Stadtrat Roland Lowig von der Wählenvereigung Leuchsental-Jura (WLJ), der seit 2013 darum kämpft, die Funklöcher auf den Jura zu schließen. Bis dahin wurde der Juraort immer als Handy freie Zone bezeichnet, nicht selten mussten Urlaubsgäste und Geschäftskunden den Berg Richtung Uetzing hinauf, um Empfang zu bekommen. In Oberlangheim war man maximal bei günstiger Witterung mobil erreichbar.

„Dank des Einsatzes von Emmi Zeulner und der Stadtverwaltung ist es gelungen, die Telekom zur Verbesserung der Versorgung zu sensibilisieren. Der erste Erfolg war 2013 die Aufrüstung des Funkmasts in Altendorf, so dass Isling, Roth und Klosterlangheim sowie die Staatsstraße nach Burkheim versorgt wurden“, erinnert Stadtrat Lowig.

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Im August begann dann die Firma TKS Telekommunikationsbau, im Auftrag der Telekom, vor Ort mit der Montage der sieben St... Foto: Gerd Klemenz

Wenn weitere Anbieter nun den Klosterlangheimer Mast nutzen würden, könnte der Empfang noch ausgebaut werden, hofft der Stadtrat. Aktuell hat nur Telefónica Interesse angemeldet, den Standort ebenfalls zu nutzen. Dabei handelt es sich um einen Netzbetreiber der landläufig auch als o2-Netz bezeichnet wird.

Sieben Jahre für den Ausbau des Mobilfunks gekämpft

Sieben Jahre lang hat Roland Lowig alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Bürgern die Möglichkeit zu verschaffen, Notrufe übers Handy abzusetzen. Von einer flächendeckenden Versorgung mit schnellem Mobilfunk ist Deutschland noch entfernt. Die Bundesregierung will das ändern und hat mit der Telekom, Vodafone und Telefonica vereinbart, dass sie 1000 Mobilfunkmasten bauen. So sollen Funklöcher in den nächsten Jahren geschlossen werden. Doch wie entsteht so ein Funkmast - vom Bau bis zur Aktivierung?

Die älteren Standards sind zu langsam

In einem Funkloch steckt man streng genommen dann, wenn es gar keinen Empfang gibt. „Wir wissen aber, dass für viele Kunden bereits dort eines ist, wo keine Daten empfangen oder verschickt werden können“, erklärt die Telekom.

Besserer Mobilfunk in Oberlangheim
Mithilfe eines Autokrans wurden schließlich die vormontierten Elemente aufgestellt und auf einer Höhe von knapp 45 Meter... Foto: Gerd Klemenz

Wer Bilder verschicken oder Videos abrufen möchte, kommt mit 2G und 3G nicht weit. Die beiden älteren Standards sind zwar fast überall vorhanden, aber inzwischen zu langsam. Das Bundesverkehrsministerium möchte das Land deshalb mit dem schnellen 4G-Mobilfunk (LTE) versorgen. Vergangenes Jahr verpflichteten sich Telekom, Vodafone und Telefonica (o2), bis Ende 2020 rund 99 Prozent der Haushalte mit LTE zu versorgen. Danach sollen 99 Prozent in jedem Bundesland erreicht werden. Wo genau die drei Anbieter neue Masten bauen, um dieses Ziel zu erreichen, ist ihre Entscheidung.

Ein langer Weg ehe es losgehen kann

Vodafone gibt an, dass der Bau eines Sendemasten sechsstellige Summen koste, dazu kommen laufende Kosten wie Strom und Wartung. Man müsse „genau kalkulieren“, ob sich ein Mast in dünn besiedelten Gebieten rechnet. „Anschließend muss ein geeigneter Standort auf privatem oder öffentlichem Grund her. Als dieser gefunden war, benötigte es noch eine Abstimmung, da das Mobilfunkkonzept der Stadt Lichtenfels vorsieht, dass Standorte mindestens 500 Meter von der Bebauung entfernt sind“, so der WLJ Stadtrat. Einer der Standorte auf einer Liste war das Grundstück bei Klosterlangheim. Nun musste die Telekom eine Bescheinigung der Bundesnetzagentur vorlegen.

Besserer Mobilfunk in Oberlangheim
Die Empfangsantennen wurde durch die Monteure am letzten Element angebracht. Foto: Gerd Klemenz

Dann beginnt ein Baugenehmigungsverfahren, in dem unter anderem Umwelt- und Denkmalschutz eine Rolle spielen. „Der Standort Sterzengraben bei Klosterlangheim stammt aus einem Sonderprogramm, das wir mit der Bayerischen Staatsregierung 2018 vereinbart hatten. Wir haben uns im Rahmen dieses Programms dazu verpflichtet 100 Funklöcher zu schließen, die uns von Seiten der Staatsregierung genannt wurden. Dieser Lückenschluss erfolgt zusätzlich zu unserem normalen Eigenausbau“, erklärte Dr. Markus Jodl, Pressesprecher der Deutschen Telekom. Anschließend kann der Mast gebaut und wenig später aktiviert werden.

Bis ein Mast letztlich in Betrieb genommen werden kann, dauert es im Schnitt zwei Jahre. Laut Telekom seien auch acht bis zwölf Monate machbar, „wenn alle an einem Strang ziehen“.

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Die Mobilfunktechnik befindet sich in einem eigens dafür aufgestellten Gebäude. Foto: Gerd Klemenz

Knapp zwei Jahre nach Planung rollten im Juni 2020 am Sterzengraben die Baumaschinen an, um mit dem Bau des Mobilfunkmastes mit seinen knapp 45 Metern Höhe beginnen. „In Betrieb gehen nun zunächst die Mobilfunkdienste GSM (2G) und LTE (4G). In einem weiteren Schritt wird dann auch 5G folgen“, erklärte Dr. Markus Jodl. WLJ Stadtrat Roland Lowig dankte für die Unterstützung von MdB Emmi Zeulner und MdE Monika Hohlmeier für einen regen Austausch mit der deutschen Telekom, den zuständigen Ministerien sowie der Staatskanzlei.

 

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