ROTHMANNSTHAL

Bei Rothmannsthal: Schmale Straße, viel Verkehr

Eng geht es zu im Begegnungsverkehr. Foto: red

Es ist ein idyllisches Sträßchen am südlichsten Zipfel des Landkreises, kaum vier Meter breit schlängelt es sich durch Wiesen und Wald von Rothmannsthal nach Mährenhüll. Doch die Idylle täuscht, findet der Unternehmer und Jagdvorsteher Matthias Schütz aus Rothmannsthal. Ist schon seit zwei Jahren eine erhebliche Verkehrsbelastung zu bemerken gewesen, so hat sich die Situation in den letzten Monaten nochmal verschärft, findet Schütz.

Matthias Schütz sieht mit Sorge das wachsende Verkehrsaufkommen in Rothmannsthal. Foto: Heinz Fischer

Eine Verkehrszählung, durchgeführt auf seiner Initiative hin im Zeitraum Juni und Juli dieses Jahres hat in 33 Tagen eine Anzahl von circa 28 000 Fahrzeugen in beiden Richtungen ergeben. Zuviel für diese enge und unübersichtliche Straße, meinen auch viele Anwohner von Rothmannsthal und Mährenhüll. „Wenn man die schmale Strecke mit schweren landwirtschaftlichem Gerät befahren muss, wird einem Angst und Bang“, findet ein Landwirt aus Mährenhüll.

Wo kommt in so kurzer Zeit plötzlich der starke Verkehr her? Die Lösung der Frage liegt auf der Hand. Fahrzeuge mit Zulassungskennzeichen aus ganz Deutschland und auch Europa sind hier unterwegs, also nicht nur ortskundige Einheimische. Offenbar werden Auto- und Laster-Fahrer von den Navigationssystemen über diese Strecke geführt, ist sie doch die kürzeste Verbindung von der A70 in Richtung Lichtenfels, Staffelstein und Coburg.

Wie kommt es zu dem hohen Verkehrsaufkommen?

Die Bewohner sehen in den beiden Orten Rothmannsthal und Mährenhüll ein großes Unfallpotential auf der Strecke, nicht zuletzt sind auch innerorts Schulkinder und andere Fußgänger unterwegs, die sich gefährdet fühlen. Größere Unfälle hätte es noch nicht gegeben, so Schütz, aber sogenannte „Spiegelklatscher“ sind schon häufig vorgekommen.

60 km/h Beschränkung von Mährenhüll nach Rothmannsthal. Foto: red

Abhilfe könne seiner Meinung nach eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 Stundenkilometer und ein Hinweis auf die Benutzung der Ausweichstellen schaffen. „Hier wird mit nicht angepasster Geschwindigkeit gefahren, Tempi über 80 Sachen sind keine Seltenheit“, meint der Jagdvorsteher, „und dafür ist die Straße zu schmal und zu unübersichtlich, teilweise wären 40 Stundenkilometer zuviel“.

Hilft ein Tempolimit?

Auf der Seite von Mährenhüll hat die Gemeinde Wattendorf am Ortsausgang bereits eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 Stundenkilometer installiert, die bis zur Ortsgrenze von Rothmannsthal gültig ist. Ein Pendant dazu fehlt bislang auf der Gegenstrecke. Schütz hat dieses Anliegen bei der Polizeiinspektion Lichtenfels vorgetragen. Wie wir von der Dienststelle erfuhren, wurde dieses Thema an die zuständige Stelle bei der Stadt Lichtenfels weitergeleitet.

Kein Tempolimit von Rothmannsthal in Richtung Mährenhüll. Foto: red

Sebastian Müller, Leiter des Amtes für Bürgerservice, Organisation und strategische Entwicklung der Stadt Lichtenfels nimmt dazu Stellung: „Die Straßenverkehrsordnung (StVO) regelt in § 3, dass die Geschwindigkeit insbesondere den Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen anzupassen ist. Weiter wird dort geregelt, dass auf Fahrbahnen, die so schmal sind, dass dort entgegenkommende Fahrzeuge gefährdet werden könnten, jeder so langsam fahren muss, dass mindestens innerhalb der Hälfte der übersehbaren Strecke gehalten werden kann. Aufgrund dieser Regelung ist aus Sicht der Stadt Lichtenfels keine Geschwindigkeitsreduzierung zwischen Rothmannsthal und Mährenhüll notwendig.“

Verschiedene Sichtweisen

Offensichtlich hat zu dieser Verkehrssituation die Gemeinde Wattendorf eine andere Sichtweise als Lichtenfels. Bleibt zu hoffen, dass sich die Befürchtungen von Matthias Schütz und den Bürgern von Rothmannsthal nicht bewahrheiten und diese Strecke von Unfällen verschont bleibt.

Die Ortsverbindungsstraße von Rothmannsthal nach Mährenhüll ist im Navi als schnellste Verbindung von der A70 nach Cobur... Foto: red

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